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Vertrauen – Misstrauen – Innovation

7. April 2012

Mein wöchentlicher Artikel über Innovation fällt auf den Karsamstag. Da möchte ich einen sehr tief greifenden Gedanken wälzen. Unser Leben ist auf Vertrauen aufgebaut: nicht jeder in der U-Bahn ist ein Mörder, der andere Autolenker wird sich an die Verkehrsregeln halten und für das bunt bedruckte Stück Papier in meiner Brieftasche (Euroscheine) werde ich mir etwas zu Essen kaufen können – lauter Beispiele von großem Vertrauen.

Nun mehren sich die „Marktteilnehmer“ die dieses Vertrauen weidlich ausnutzen: Telekomverträge, Gewinnbenachrichtigungen und technische Daten die sich auf (klein gedruckt) anderes Produkt beziehen, Großpackungen die teurer sind als die kleinen Packungen – nur vier willkürliche Beispiele. Das Vertrauen wird langsam zum Misstrauen. Das ist für sich genommen sicher keine positive Entwicklung, sie hat aber einen positiven Nebenaspekt: wir müssen öfter selber denken, das einfache Verlassen auf die Aussage eines „Experten“ erweist sich zu oft als Verkaufsförderung.

Was hat das alles mit Innovation zu tun? Ganz einfach, das selber denken! Also wenn der Herr Univ.-Prof. meint „…das sei das Beste…“ hm, wenn es sich um etwas wichtiges handelt: selber recherchieren und durchkämmen von Internetforen ist wohl das mindeste. Mit Google die Homepage des verkaufenden Herstellers nach dem Herrn Univ.-Prof.  durchsuchen ist manchmal mehr als erhellend.

Selber denken und selber sich eine Meinung bilden ist für ein erfolgreiches innovieren lebensnotwendig. Aber es erfordert Mut und Selbstvertrauen eigene Wege zu gehen:

  • rechnen Sie doch die Angelegenheit durch
  • schauen sie ob in einer anderen Produktionssparte ein sehr ähnliches Problem nicht schon sehr billig angeboten wird
  • Fragen Sie Ihre Ehefrau wie sie das Problem lösen würde – das liefert manchmal sehr verblüffende Resultate
  • Machen sie einen kleinen Versuchsaufbau und probieren sie Ihre Idee
  • „Das geht nicht“ – das hat die Universität X gesagt – „na und“ sagen Sie
  • Versuchen Sie teures Equipment durch Mathematik zu ersetzen (z.B. geht das manchmal telezentrischen Objektiven)
  • Ist die Fragestellung nicht einfach zu eng?
  • Simulieren Sie einen Vorgang an Computer, das ist 100x billiger aus in der Produktion zu probieren.
  • Wollen Sie dieses Problem überhaupt lösen?

Die letzte Frage erfordert natürlich den meisten Mut.

Aber wenn Sie die „Herde“ verlassen bläst manchmal ein kalter Wind.

Viel Spaß – Wind kann auch sehr schön sein, auch wenn Sie nicht segeln 🙂

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