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Innovation mit Gewalt vermeiden

2. Juni 2012

Ich denke, das ist recht einfach:

  • zwingen Sie die Angestellten 20% der Arbeitszeit zum Reports schreiben und 15% ihrer Zeit in Besprechungen zu sitzen (in denen sich jemand gerne reden hört :-); wenn wir dann 10 Projekte haben – na, dann bleiben offensichtlich 6,5% pro Auftrag. Ziemlich sicher hat man damit jede Innovation verhindert.
  • Zumindest werden die Projekte im obigen Beispiel von den Erbsenzählern abgedreht, weil die Entwicklungen 15,4x so lange dauern – rechnen Sie nach. Und klar, es muss sich alles in 2 Monaten amortisieren und das mit 14%p.a. oder war 14% pro Monat gemeint?
  • Das Scheitern von Projekten an den Pranger stellen – damit wird die Risikobereitschaft Null. Aber es hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass eine Innovation etwas mit Risiko zu tun hat.
  • Lassen Sie die Abteilungen gegen einander arbeiten: Competition ist ja sooooooooooooooooo toll und außerdem sooooooooooooooo modern. Wenn sich die Abteilungen dann nichts mehr sagen und nur mehr via Rechtsabteilung verkehren, ist es mit Innovation auch zu Ende. Ach ja – welche Rechtsabteilung? Die gemeinsame Rechtsabteilung ist ja dann eine „Schwachstelle“.
    Obwohl es hunderte Arbeiten in referierten Journalen (wirklich!) gibt, die absolut sicher nachweisen, dass das der größte Blödsinn ist den man machen kann – ja, es wird immer wieder versucht.
  • Man lege als Performanceindikator für die Entwicklungsabteilung die direkte Gewinnmarge fest und knüpfe daran das Budget – diese (unnötigen) Entwickler schaffen sich selber ab – toll.
  • Reporting ist auch eine gute Methode. Man verlange von jedem gemeinsamen Kaffee trinken einen Report. Liest zwar sowieso keiner, aber es redet auch niemand mit jemanden anderen.
  • Ich kenne tatsächlich eine Firma, da treffen sich die an Innovation interessierten geheim und sowieso in der Freizeit um nicht auch noch einen Report schreiben zu müssen. Das nennt man Engagement für die Firma – aber das wird sicher bei der nächsten Umstrukturierung ausgemerzt.
  • Nur nicht mit einer anderen Abteilung sprechen! Vor allem die Leute, die die Probleme täglichen haben sind zu meiden. Die wissen nämlich wo die echten Probleme sind und (Gott sei bei uns!) womöglich auch, wie man sie leicht lösen könnte.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Mein Beileid – ansonsten meine echte Gratulation! Das Konkurrenz gut ist, ist zu einer Art Religion geworden. Kritisiert man diese Denkungsweise, wird man oft lächerlich gemacht. Auch eine Art von Inquisition – oder? Tatsache ist, eine freundschaftliche, spielerische Konkurrenz wie zum Beispiel bei der Langlaufmeisterschaft der Firma sind nett. Aber ganz sicher nicht, wenn es um neue Produkte oder Ähnliches geht.

Bitte um Ihre Meinung. Wenn Sie mir einen Kommentar mit Zusatz “Intern” oder so schicken, nehme ich es als Anregung und es wird sicher NICHT veröffentlicht.

Danke für das Lesen

Gottfried Schaffar

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