Archive for August 2012

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Der Schlaf ist zu wichtig um ihn müde zu beginnen

21. August 2012

Das klingt für Sie vielleicht sonderbar. Was passiert aber beim Schlafen:

  1. Wir bekommen Erholung und Energie
  2. wir haben die Freiheit des Träumens
  3. wir haben eine Pause im Denken und Wollen

Alle drei Funktionen sind aber mehr als notwendig um erfolgreich eine Innovation zu „finden“, um erfolgreich im Beruf zu sein und letztendlich auch um gesund zu bleiben.

Bleiben wir bei der Funktion des Schlafes für unser Thema, die Innovation:

  1. Energie brauchen wir um uns dem Neuen überhaupt annähern zu können (und später bei der Streiterei um das Budget 🙂
  2. Träume brauchen wir buchstäblich um von den normalen (?) Randbedingungen des Lebens unabhängig zu sein – zumindest für einige Zeit. Diese Funktion erinnert ein wenig an Brainstorming – ohne Probleme mit dem Budget, ohne Probleme mit dem Kollegen, ohne Probleme mit dem Patentanwalt,…
  3. Eine Pause im Denken braucht man ganz essenziell um überhaupt zu einem wirklich neuen Gedanken zu kommen. Wir erfahren immer wieder dass die guten Ideen in den Pausen, den Pausen zwischen den Gedanken entspringen. (Gescheite Menschen haben es ja schon immer gewusst: es sind die Pausen zwischen den Noten, die die Musik ausmachen.)

Wenn wir sehr müde zu Bett gehen, ja dann spielt sich nichts mit Partner oder Partnerin ab – das ist uns allen klar, aber das sich dann auch nichts mit Inspiration abspielt ist doch aus dem voran gesagten auch klar – oder? Wenn wir sehr müde sind, dann hat der Schlaf nur eine Funktion, die einem Notprogramm entspricht: das Aufrechterhalten der Lebensfunktionen. Da ist dann kein Raum für höhere Funktionen, es ist dann auch ein „traumloser“ Schlaf, ein Schlaf ohne jede Erinnerung an Träume. Träume sind aber wichtig, wichtiger als wir denken: „primitive“ Gesellschaften die am Morgen ihre Träume in der Gruppe austauschen sind sehr, sehr friedfertige Gesellschaften. Publikationen sprechen sogar von Gesellschaften ohne Krieg.

Es ist aber nicht nur dieser oben erwähnte, uns utopisch anmutende Aspekt, sehr alte Kulturen wie die Tibetanische kennen auch Schlafmeditationen.

Also bitte ab sofort mehr Achtung vor der Funktion des Schlafes, ja und legen Sie sich einen Zettel mit Ihrem Problem, das auf eine Lösung wartet auf das Nachtkästchen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Man wirft mir vor ein Gegner des Fernsehen zu sein – mag sein. Aber nehmen Sie nur die folgende statistisch fundierte Untersuchung: Eine Gruppe von Probanden wurden 20 Minuten der alten (!) Fassung des Filmes die Mumie (The Mummy 1932, deutsch: Die Mumie) vorgespielt – gemessen an der Fassung von 2008 doch wohl eher Familienunterhaltung. Die anderen Probanden mussten sich 20 Minuten den Wetterkanal (ohne Werbung) ansehen. Noch nach 21 Tagen war ein signifikanter Unterschied in der körpereigenen Abwehr der zwei Gruppen nachweisbar! Nachsatz: beide Gruppen waren kaserniert! Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal noch schnell Nachrichten sehen wollen bevor Sie schlafen gehen.

Buch: Übung der Nacht: Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum von Tenzin Wangyal Rinpoche

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Markus Rogan: der Kopf steht manchem im Weg

3. August 2012

Ja, da hat sich Markus Rogan nicht viele Freunde gemacht. Aber seine Kritiker haben das einfach mit „man muss blöd sein um (im Sport) Erfolg zu haben“ übersetzt. Ich denke das stimmt so nicht. Ich finde, dass die Bemerkung von Herrn Rogan ganz richtig ist – auch in Bezug auf unser Thema.

Der Intellekt hat eben seine Überzeugungen und Glaubenssätze, tja und wir – die „Eigentümer“ des Intellekts, halten uns auch daran. Das können anerzogne Überzeugungen sein, oder Autoritäten versichern uns, das sei eben so.

Das fängt damit an welche Probleme man für schwer und welche Aufgabenstellungen wir für leicht halten. Oder ob wir für Sprachen talentiert sind oder ob wir singen können oder nicht. Das schleppen wir oft ein Leben lang mit uns herum ohne es in Frage zu stellen. Abgesehen davon, dass diese Eigenurteile manchmal völlig falsch sind, man schränkt sich selbst ein, ja man baut sich selber zusätzliche Hürden auf die zur Überwindung noch extra Kraft brauchen. Es gibt unzählige Beispiele von Unmöglichem, das „irrtümlich“ überwunden wurde. Mir fällt da ein Schüler ein, der irrtümlich ungelöste mathematische Probleme gelöst hat.

Oft finden wir auch etwas unmöglich, weil es kein anderer bis jetzt geschafft hat. Wenn ich mich recht erinnere gab es ja auch die „Unmöglichkeit“ 100m unter 10sec zu laufen. Als der Rekord gefallen ist, haben es plötzlich auch andere geschafft (geglaubt es zu können?).

Für unser Thema, die Innovation, ist es oft wichtig nicht zu wissen seit wie vielen Jahren eine Lösung schon versucht wurde. Als wir die Strömung am Sieb bei der Papiererzeugung erstmals gemessen haben, hätte es mich sicher blockiert, zu wissen, das das Problem seit mehr als 200 Jahren ungelöst ist. Offensichtlich muss man sich den Kopf klar halten um etwas zu erreichen, um über einen Schatten springen zu können. Externe Consultants finden auch signifikant öfter Lösungen die intern seit Jahren bearbeitet wurden. Probleme sind oft in einer Firma als unmöglich abgestempelt.

Wie man sich den Kopf leer macht, wie man zu neuen Lösungswegen kommt in einer anderen Ausgabe des Blogs oder in meinem Buch.

Gottfried Schaffar