Archive for Dezember 2012

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Höher als der Everest von Jeff Salz

29. Dezember 2012

Heute einige längere Zitate aus dem Buch „Höher als der Everest“ von Jeff Salz:HöherAlsDerEverest-200x300

Erfolgreiche Leute sind selten ausschließlich an Ergebnissen interessiert; ihnen macht auch der Weg dorthin Spaß. Sie wollen jetzt gleich Vergnügen an ihrem Tun haben und kosten jeden Augenblick aus, und überraschenderweise fahren sie damit sehr gut, wenn es die Schwierigkeiten langfristiger Veränderungen zu meistern gilt.

Wenn wir immer nur das tun, was wir schon immer getan haben, kommt auch nur das heraus, was schon immer herausgekommen ist. Sicher können wir eigentlich nur wissen, dass die Lösungen von heute morgen nicht mehr greifen werden. Unser Verliebt sein in das Leben können wir nur dann erneuern, unsere Erfolgschancen nur dann verbessern, wenn wir völlig Neues ausprobieren und Orte aufsuchen, an denen wir noch nie gewesen sind.

Ich (Jeff Salz) habe die letzten Jahre als Sprecher und Berater für einige der dynamischsten Manager und Firmen Amerikas gearbeitet und bin dabei auf eine grundlegende Wahrheit gestoßen: Erfolgreiche einzelne und Firmen oder Organisationen sorgen für Innovation; extrem erfolgreiche einzelne und Firmen oder Organisationen sorgen für radikale Innovation. Wer das große Los gewinnen will, muss etwas einsetzen. Wenn wir etwas Neues in Gang setzen, können wir nicht immer abwarten, bis wir alle Informationen beisammen haben – einfach deshalb, weil nie alle Informationen beisammen sind.

Innovation heißt Aktion. Wer eine stark befahrene Straße überquert, kann nicht in beide Richtungen zugleich blicken. Man schaut erst nach links, dann nach rechts. Wir verschaffen uns ein Bild der Lage, berechnen die Chancen, treffen Vorbereitungen. Aber dann müssen wir springen. Wir nehmen allen Grips zusammen und steigen voll aufs Gaspedal. Oder wir kommen überhaupt nicht voran.

Auch sonst gewährt das Tempo der heutigen Welt uns nicht mehr den Luxus langer Entscheidungsprozesse. Wir müssen uns daran gewöhnen, nicht erst dann aktiv zu werden, wenn alle Daten gesammelt und fein säuberlich zu Kurven oder Tortendiagrammen verarbeitet sind, wenn alle Unterausschüsse und Projektgruppen ihre Berichte abgeliefert haben. Wir müssen allen Mut zusammenzunehmen, alle Geistesgegenwart aufzubieten und unseren Instinkten zu vertrauen bereit sein und springen – manchmal ohne erst hinzusehen.

(Der Autor zitiert Norm Fawley) Heute glauben so viele Menschen nicht mehr an das, was in ihnen steckt. Sie planen zuviel, und schon haben sie das, was ich »Paralyse durch Analyse« nenne. Sie gehen durchs Leben und möchten etwas, aber glauben einfach nicht daran, dass sie es auch können. Vor zehntausend Jahren hast du dich an einer Weggabelung nicht einfach hingehockt und gewartet, dass jemand mit einer Landkarte und dem Wetterbericht vorbeikommt. Hannibal hat die Alpen überquert, Magellan die Welt umsegelt, und irgendwer hat sogar Wasser in den Chaco Canyon geleitet. Wie haben die Leute das geschafft? Jedenfalls haben sie nicht die Zehen ins Wasser gehalten und darauf gewartet, dass es wärmer wird. Sie sind gesprungen.

(Zitatende)

Das spricht mir so aus der Seele. Wieso wird diese ganz klare Vorgehensweise heute so oft vergessen?

Viele Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: der Link zu meinem Buch bei Amazon http://goo.gl/zFeCl und bei meinem Verlag http://goo.gl/e5d3N; hier eine Mini-Zusammenfassung

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Weihnacht?

24. Dezember 2012

Wieso ist Weihnachten so schön? Wieso ist nicht jeder Tag Weihnachten? Ja, OK – wir würden zu sehr zunehmen und jeden Tag einen Berg verschenken, das könnte man ja weglassen. Das ist aber sowieso nicht das Wesentliche!

Das wirklich Schöne ist doch, dass wir ein offenes Herz haben: wir verzeihen dem Wilden der uns gerade überholt – hat wahrscheinlich eine Frau in den Wehen zu Hause 🙂 Grüßen tut man in der Weihnachtszeit auch herzlich, ja man redet mit Menschen mit denen man ein ganzes Jahr nicht spricht. Ja, und wir geben der Augustin Kolporteurin ein deutliches Trinkgeld und der Kassiererin im Supermarkt ein freundliches Wort.

Ja, wir vergönnen dem Anderen seinen Erfolg, auch wenn wir ihn gerne gehabt hätten. Manchmal hören wir sogar wirklich zu, wenn jemand etwas zu uns sagt. Und wir nehmen uns Zeit füreinander, und das nicht nur für das Essen.

Zeit ist etwas Kostbares? Was macht Zeit so wertvoll? Wieso ist die Zeit der Putzfrau, die immer zusätzlich auch noch die Blumen nett arrangiert bei uns so wenig wert? Wieso ist die Zeit manches Direktors so viel mehr wert wenn er z.B. dem Management Vorgaben macht, die weitere Entlassungen unvermeidlich machen? Die Firma ist zwar im Plus, aber die Aktionäre… Klar, alles im Rahmen des „gesetzlichen“ und die Drecksarbeit machen die Anderen. Uns selber die grauslichen Anordnungen treffen – nein dafür hat man ja Mitarbeiter.

In der Weihnachtszeit ist auch viel vom Licht die Rede. Für mich heißt das, mich an das zu erinnern was bleibt, was wesentlich ist. Einfach zum Wesentlichen kommen. Ich denke, der Kontostand gehört dazu wohl nicht. Ich denke es ist die Erkenntnis, das mein Gegenüber auch ein wundervoller Mensch ist, auch wenn er es vielleicht aufgrund seiner Lebensgeschichte erfolgreich verbirgt. Es ist doch auch das Tun wozu man sich selbst aufgerufen fühlt – und nicht das was Andere von einem erwarten und drängen. Mit anderen Worten die Beschäftigung mit „was ist der Sinn in dem Ganzen?“.

Kontrolle ist auch so ein Thema, das in unserem täglichen Leben immer stärker eindringt. Ein Blick auf Weihnachten –wo die Geschenke völlig außer unserer Kontrolle vollständig entzogen sind – zeigt uns die Unmittelbarkeit der Freude die damit zusammenhängt. In Firmen herrscht ja der Glaubenssatz „Kontrolle ist heilig“, ja und diesem Gott wird die ganze Kreativität und Innovationskraft oft geopfert.

Denken wir doch ein wenig über Weihnachten und unsere Glaubenssätze nach – oder?

Warum wir in diesem Sinne jeden Tag Weihnachten machen ist mir ein Rätsel, aber da muss ich auch noch viel lernen.

Gottfried

PS.: der nächst Blog erscheint nach dem 6. Jänner – Danke

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Innovation, Intellekt und Mensch sein

15. Dezember 2012

Wir haben uns gewöhnt den Intellekt hoch zu halten – ich denke zu Recht, wir sind froh ein Zeitalter der Aufklärung gehabt zu haben. Meiner Meinung nach – und da bin ich nicht der Einzige – gibt es aber einen Widerspruch zwischen Intellekt und dem Mensch-Sein. Ja und das hat Auswirkungen auf die Innovationskraft.

Was meine ich? Wenn Sie von einem Termin zum nächsten eilen und am Straßenrand fällt eine Frau zusammen, ja dann sagt die Logik, dass jede Hilfe Zeit kostet, Energie kostet und keine Rendite bringt. Und das sind die drei Fragen die uns die Controller dauernd stellen, von den Aktionären nicht zu sprechen… Und wenn Ihre Firma schon einer Bank oder Fond gehört gibt es nicht einmal mehr eine Diskussion.

In derselben Kategorie sehe ich ja auch die Anweisungen nach dem Aufteilen von Firmen. Mitten durch die Halle geht die imaginäre Linie und da drüben sind „die Anderen“. Früher hat man sich geholfen, jetzt ist das verpönt – ist ja ein anderes Reporting Spreadsheet das an die Holding gemailt wird – was geht mich das an….?

Interessanter Weise sind aber nicht die kalten Rechner auf den Titelseiten (außer nach einem Skandal) sondern die „Anderen“. Die Menschen die gegen alle Vernunft in ein brennendes Haus gelaufen sind und noch einen Menschen oder ein Tier gerettet haben, die Menschen und Reporter in Krisengebieten die das Berichten was sie erleben und nicht das was ihnen „Associated Press“ oder der Lieblingslobbyist des Herausgebers auf den Schreibtisch knallt – das tut der Karriere sicher nicht gut. Das alles ist völlig unlogisch und ein Computer würde das nie „tun“.

Es gehört aber zum Mensch sein einen Mitmenschen nicht auf der Strasse liegen zu lassen. Das ist uns nicht nur ein Bedürfnis und wird von allen Religionen gepredigt (am Sonntag), es ist in manchen Fällen sogar gesetzlich geregelt wie „§ 95 StGB Unterlassung der Hilfeleistung“. Dieser Paragraph gilt aber meines Wissens nicht unter juridischen Personen wie AGs oder GmbHs – nanu?

Es gibt jede Menge Untersuchungen, dass eine verordnete Missachtung des menschlichen Verhaltens als Stress erlebt wird. Menschen sind nun mal kooperativ und keine Aktiengesellschaften. Man kann sogar mathematisch nachweisen das kooperative (altruistisches) Verhalten für das Überleben einer Spezies wichtig und notwendig ist. Auch gibt es viel mehr als 400 zoologische Untersuchungen über die Wichtigkeit des kooperativen Verhaltens – also nichts mit Darwin und Überlebenskampf alleine gegen alle Anderen. OK, hat sich in der Redaktion von Universum noch nicht herumgesprochen und in den Wirtschaftredaktionen schon gar nicht.

Aber wenn ein Tsunami ein Land verwüstet – Freude – dann wetten wir mit großem Gewinn gegen die Landeswährung und gegen die Kurse der dort ansässigen Firmen – ist ja logisch – oder? Und mit ein paar Millönchen kann man ein Land der dritten Welt bequem destabilisieren denn mit einem Diktator kann man doch viel besser verhandeln als mit 13 Parteien – ist doch logisch. Aber irgendwie ist es den Firmen ja doch peinlich – die österreichische Firma die an den Kindern als Minenarbeitern im Kongo prächtig profitiert, will das nicht breittreten (und auch nicht kommentieren).

Wie soll dann ein Mitarbeiter innovativ sein? Ein Leiter eines großen Wirtschaftunternehmens hat uns einmal erzählt „früher hast Du beim Mitbewerb angerufen und gefragt ‚Wie macht ihr das?‘ Das geht heute nicht mehr“. Eine wirkliche Innovation entsteht durch Begeisterung und Engagement – nicht aus einem Bonus. Ja, und echte Innovation gibt es nur wenn die Menschlichkeit Ihren Platz in der Firma hat – oder?

OK, das ist ein bisschen ein grantiger Text, aber er ist auch weihnachtlich – zumindest für mich 🙂

Aber es gibt ja viele positive Beispiele:

925 Unternehmen in der Liste http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/
dort auch große Firmen wie KWB. Wir spüren auch persönlich in vielen Unternehmen einen intensiven Trend zu verantwortungsvollem Handeln – da sind aber meist Unternehmerpersönlichkeiten, leitene Angestellte oder Eigentümer aktiv. Sehr positiv, ganz unabhängig von der Rechtsform!

Viel Erfolg – menschlichen Erfolg – und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Gottfried Schaffar

PS.: die erfolgreichste Firma ist seit 125 Millionen Jahren tätig. Es sind die Zellen der Säugetiere! Sie helfen einander und unterstützen sich, ja sie haben sogar einen Mechanismus der allzu unterschiedliche „Entlohnung“ bremst. Und mehr als Fett einzulagern kann die Zelle nicht. Es kommt auch praktisch nie vor, dass die Magenzellen der Bauchspeicheldrüse den Krieg erklären um die Langerhans-Inseln zu besetzen. Und wenn ein Zellverband sich auf Kosten anderer unkooperativ benimmt (Ziel „Marktführer“) so rennen wir zum Arzt und der soll dann den Krebs herausschneiden.

PPS.: Ja, klar es gibt Ausnahmen, aber wie der Name schon sagt – das sind Ausnahmen.

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Sich selber anlügen stoppt innovatives Denken

9. Dezember 2012

Ich denke den Grundgedanken zu diesem Artikel verdanke ich Dan Millman aus einem Buch das ich bei einem langen Zwischenstopp auf irgendeinem Flughafen gekauft habe.

Der Grundgedanke ist der: Man nimmt sich etwas vor, z.B. in der Frühe für den Tag oder für einen Monat, und dann kommt man darauf das es (wieder einmal) viel zu viel war was man sich da vorgenommen hat. Das ist also ein sehr persönlicher Vorgang und es geht die Firma und dem Chef so etwas von überhaupt nichts an, wie etwas jemanden nichts angehen kann.

Warum ist dieses Vorgehen für den Innovationsprozess so tödlich? Der Grund ist einfach: die Elends lange Liste und der vorrückende Stundenzeiger bringen uns unter Zugzwang. Was von der heutigen Liste soll den noch (schnell) erledigt werden. Das nimmt jede Freude an der Arbeit und zuwenden können Sie sich in dieser Situation einem Problem schon überhaupt nicht. Die Zuwendung – die freudvolle Zuwendung, nein die erwartungsfrohe Zuwendung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen, völlig neuen Idee.

Mir ist klar, dass das offiziell schwer durchzuboxen ist – offiziell haben Sie Ihre 47 Projekte mit Deadline, was ja nicht sehr förderlich der inneren Ruhe und erwartungsfrohe Zuwendung ist. Etwas wirklich Großes, eine völlig neue Idee kommt aber aus der Ruhe, der Stille zwischen den Gedanken.

Also ganz praktisch: packen Sie den Stapel mit Unerledigtem in den Kasten und legen Sie nur das eine Projekt auf den Schreibtisch. Schön wäre noch das Abschalten der Telefonen, Handys und Computer – schätze das geht aber an Ihrer Arbeitswirklichkeit völlig vorbei. OK und dann nehmen Sie sich für die nächsten z.B. 4 Stunden vor dabei zu bleiben.

Ja – selbstverständlich – ein Problem kann länger dauern (und tun es auch – zumindest bei mir). Wenn aus einer Komplikation ein Arbeitsschritt länger dauert, dann killt das nicht unser Selbstverständnis. Es sind die unrealistischen Listen die wir uns vornehmen – wissend, dass sich das nie ausgeht.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden – ein Praxishandbuch“ ist bei jeder Buchhandlung erhältlich. Bei Amazon war die erste Verlagslieferung binnen einer Woche weg – Danke. Buchdetails

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Geld und Innovation

3. Dezember 2012

Wenn man eine Frau wegen des Geldes heiratet und dann täglich streitet … ja dann ist es schwierig ein originelles Weihnachtsgeschenk zu finden. Würden Sie mir da zustimmen? Ich nehme einmal an Sie haben „ja“ gedacht.

Gut – und warum bleiben dann viele Menschen in einer Firma wegen des Geldes? Um an den obigen Satz anzuknüpfen: so ist keine Innovation möglich. OK, ja sicher die Schließe am Büstenhalter innovativ um 2mm heruntersetzen – schaut doch jetzt viel toller aus. Aber radikale Innovationen sind anders.

Ganz kalt gedacht: die (wenigen) Hunderter mehr am ersten im Monat in einer Firma die Sie nicht mögen stehen – ja nun was – gegenüber? Es ist (meiner Meinung nach) Ihre gesamte Arbeitszeit! Wenn Ihnen die Arbeit Spaß macht, ja ein Bedürfnis ist und Sie das Gefühl haben etwas Sinnvolles beizutragen – bedenken Sie – das ist (fast) Freizeit! Gut, es gibt in jeder Beschäftigung Ecken die nicht Spaß machen: Reporting, Besprechung mit Frau X und die Dienstreise nach Ost-Ungarn.

Das oben gesagte ist, meiner Meinung nach, der tiefere Grund warum finanzielle Anreize im Innovationsmanagement wenig bis keine Auswirkung haben. Man denkt über graduelle Verbesserungen nach um Arbeit zu vermeiden auch in unfreundlichem Firmenklima – schon richtig. Das ist aber keine radikale Innovation.

Neulich hörte ich mitten in einem Vortrag den Satz „mache nie eine Entscheidung aus finanziellen Erwägungen heraus“ – klingt verwegen – ist es aber nicht. Vor allem wenn Sie Ihre Intuition nicht zubetonieren wollen und dürfen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden“ hatte einen tollen Start bei der Innovationspool-Konferenz am 28. November – erhältlich in jeder Buchhandlung.