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Motivation und Eigenantrieb zur Innovation?

24. März 2014

Ich denke es ist jedem meiner Leser klar, ohne Motivation gibt es keine (sinnvolle) Innovation. Wenn wir nicht motiviert sind ist uns die Innovation für die Firma völlig egal (außer Sie sind der Innovationsmanager). In der Zeitung Der Standard vom 8.2.2014 gab es einen guten Artikel, der zeigt wie Motivation durch die übliche Kommunikationsstruktur in einer Firma umgebracht wird. Ich finde den Artikel sehr lesenswert, wiewohl der Interviewte Herr Geramanis eine etwas schwer verständliche Fachsprache spricht. Hier ein Auszug:

lichtkunst.73_pixelio

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STANDARD: Herr Geramanis, wo liegt der Irrtum der landläufigen Vorstellung von Motivation?

Geramanis: In der Tatsache, dass sie überwiegend die Qualität von „Sei-spontan-Paradoxien“ haben. Es sind „Double-Binds“. Der Begriff kommt aus der Familientherapie und bezeichnet Kommunikationsformen, die in einem Rahmen stattfinden, der durch enge Bindung und hohe Anspannung gekennzeichnet ist, weil über allem die Angst vor „Straferwartung“ schwebt. Infolgedessen ist das Ziel der Betroffenen die Vermeidung von Strafe. Das Fatale daran ist: Obwohl es wie eine Einladung zu Spontaneität und Freiwilligkeit aussieht, ahnt man unterschwellig einen unausgesprochenen Subtext. Die eigene Unüberlegtheit wäre dann das Falscheste, was man tun kann. Diesen Sachverhalt finden wir nicht nur innerhalb von Familien, sondern eins zu eins bei Motivationssprüchen in Organisationen.

STANDARD: Haben Sie Beispiele?

Geramanis: Der Organisationspsychologe Oswald Neuberger nennt fünf solcher Double-Binds, inklusive ihrer unausgesprochenen Warnungen: Du sollst kommunizieren – aber in bestimmten Momenten nicht! Man darf Fehler machen – aber sie schaden der Karriere! Du sollst im Team arbeiten – aber entlohnt wirst du individuell! Du sollst vertrauen und informieren – aber keine schlechten Nachrichten nach oben melden! Du sollst Konflikte austragen – aber nicht mit deinem Chef! Das Dilemma ist klar: Auf welche Seite der Botschaft man auch reagiert, man kann es nur falsch machen. Derartige Pseudomotivationen zielen auf wünschenswertes individuelles Verhalten ab, das alles andere als spontan sein kann, weil es vor allem in einem erwarteten Sinn richtig sein muss.

STANDARD: Der verkannte Irrtum in Sachen Motivation ist demzufolge?

Geramanis: Die Verwechselung von Double-Bind-Kommunikation mit Motivation. Führungskräfte versuchen, das Dilemma zwischen dem, was sie sagen, und dem, was sie meinen, unsichtbar zu machen und etablieren dadurch eine Vermeidungs- und Misstrauenskultur. Mit dieser paradoxen Kommunikation wird das genaue Gegenteil von dem eigentlich Bezweckten erreicht. Wird Mitarbeitermotivation mit Hochglanzparolen und Manipulation verwechselt, muss damit gerechnet werden, dass die so Angesprochenen ihrerseits mit Ambivalenz und Beliebigkeit reagieren.

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Ich denke, wenn man sich über diese Kommunikationsstruktur im Klaren ist, tut man sich leichter. Und um motiviert und innovativ zu sein brauchen wir Alle Leichtigkeit.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Der Orginalartikel auf http://derstandard.at/1389859617756/Den-Eigenantrieb-staerken-und-andere-motivieren

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