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Innovationsmanagement nach Zahlen?

28. September 2014

Unter vorgehaltener Hand hört man oft: „Kennzahlen sind oft ein Quell der Misserpretaion“, „Komplizierte Kennzahlen sind völlig sinnlos“, „Management nach Zahlen ist eine kreative Leistung – vergleichbar mit malen nach Zahlen“.

Dem kann ich persönlich etwas abgewinnen. Zahlen sind einfach modern, ja eine Art Religion – niemand traut sich das zu kritisieren. Ja die Inquisition kommt zwar nicht, aber unbeliebt macht man sich gleich mit einer kritischen Bemerkung.

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Rainer Sturm pixelio.de

Mein Lieblingsbeispiel: ist die Billa- Verkäuferin mit der permanent langen Schlange … ja wie ist das zu bewerten – Sie haben die Zahl und 10 Sekunden Zeit …. ich warte. Na die ist unfähig, zu langsam und muss entlassen werden wird wohl die Standardantwort des Managers sein – oder?

Das ist die Eindimensionale Sicht des zahlengläubigen Managements:

  1. warum stellen sich die Leute bei ihr an, es sind noch 2 andere Kassen offen? Wenn Sie unfähig wäre würde sie von den Kunden gemieden werden.
  2. Vielleicht hat sie für jeden ein persönliches Wort und das ist der Grund warum man in dieses Geschäft geht und gerne 3 Minuten länger wartet? …usw, usw…. klar das ist ein schlichtes Beispiel, aber ich denke es trifft den Punkt.

Das haben wir in einer anderen „Farbe“ auch im Innovationsmanagement: Wenn der Leiter ein Innovationsprojekt haben möchte, werden die Budgetzahlen eben etwas optimistisch und die Erfolgsaussichten besser und die Marktchancen „traumhaft“ und fertig. Und was nützen dann die internen Reihungen und Stage Gates?

Management nach Zahlen ist außerdem die Angst vor (Fehl-)Entscheidungen – wenn es nicht passt – „Ich war es nicht“ – der Schuldige sind die Zahlen und die Lieferanten der Zahlen. Ist doch toll. Äh, wieso gibt es dann Managementgehälter – waren die doch dereinst (teilweise) für das risikoreiche entscheiden gedacht? Management nach Zahlen ist zudem (zumindest sehe ich das so) auch das Vermeiden von persönlichen Gesprächen. Pfui – persönliches Gespräch – das vermasselt einem ja die „Objektivität“. Außerdem muss man sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen.

Was die Liebhaber von Management nach Zahlen geflissentlich (wie die Lemminge) übersehen: durch Management nach Zahlen kann man sie leicht durch einen Computer ersetzen.

Völlig zu Ende gedacht ist Management nach Zahlen völlig ohne Moral: ein billiges und Gott behüte patentfreies Verfahren gegen Verkalkung müsste von einer Pharmafirma mit Allem bekämpft, verunglimpft und verhindert werden. Es verringert ja den eigenen Gewinn – oder?

Also bauen Sie sich Ihre Kennzahlen weiterhin selber – Sie haben es ja inzwischen gelernt. Aber wenn das nächste Mal der Vorwurf kommt, dass eine Produktentwicklung so lange dauert weisen Sie auf Ihren Zusatzaufwand und die Bürokratie hin die Sie leisten müssen. Die beste Frage ist ja „unter welchem Konto soll ich die Bürokratie für mein Projekt im SAP verbuchen?“

Nehmen Sie es gelassen & viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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