Archive for November 2014

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Manager reden – was sehen wir dahinter? (manchmal)

30. November 2014

Ein kurzer Artikel im Spiegel, aber wichtig für uns Alle um ein realistisches Verhältnis von Eindruck und „Gemeitem“ zu bekommen:

Managerphrasen als Slampoesie

Am Ende des Tages hat der Change-Prozess Prio 1″ – beim ersten deutschen Bullshit-Slam schießen die Teilnehmer Manager-Nonsens im Stakkato. Und entlarven, worum es Dauer-Bullshittern wirklich geht.

Für so viel Bullshit riecht Dr. Jan-Philipp Wendenschloss erstaunlich gut. Der smarte „Senior Principal“ in Dreiteiler und Karokrawatte umkreist mit heftigen Schritten ein Flipchart. Für seine „rock solid Status-quo-Analyse“ lädt er sein Publikum ein, „gemeinsam in die Helikopterperspektive“ zu gehen. Bisher laufe doch einiges „suboptimal“ in seiner „Konzern AG“.

Mit rotem Marker malt der Ex-McKinsey-Berater ein „Ziel-Bild“, ein etwas schiefes Koordinatensystem: Oben der „success“, unten die Zahl der Meetings. Eigentlich sollte der „success“ mit jedem Meeting steigen, doch statt „results“ wird bisher nur Bullshit produziert. Wer dafür verantwortlich ist, …
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Also ich finde den Artikel als Gemeinplatz, aber manchmal ist er authentisch – leider!
Viel Erfolg auch beim Durchblicken – das kann Innovation echt unmöglich machen
Gottfried Schaffar
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Probleme lösen … ! oder ?

23. November 2014

Ja, das ist ein grundsätzliches Thema. Wir alle müssen Probleme lösen: innovative Aufgaben in der Firma, Probleme überhaupt in der Anstellung, private Probleme aber auch Probleme mit uns selber. Das ist eine universell menschliche Aufgabenstellung – oder irre ich mich? Schlicht und ergreifend eine Aufgabe, die einem ein ganzes Leben begleitet. Meine Eltern haben mir hier kein sinnvolles Konzept geliefert, meine Lehrer haben das nicht unterrichtet aber meine Freunde in der Schule haben mir ein Konzept beigebracht: die Aufforderung in der Pause (und manchmal in der Stunde) „traus’t dich nie…“.

Ja, ich bin etwas älter und habe (wie jeder) meine Erfahrungen; Erfahrungen damit, dass Manches zu funktionieren scheint, Manches anerkannter Schwachsinn ist und Manches in intensive Arbeit ausartet…

Aber fangen wir systematisch an – Problemlösungsansätze können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  1. moving against
  2. seduction or moving toward
  3. embracing

Ich versuche das zu erklären

1. moving against

Ja, das kennen wir Alle: das Problem ignorieren, das Problem existiert nicht wirklich. Die „Anderen“ sind heillose Pessimisten oder unfähige Stümper. Mit Affirmationen kann man das Alles wegzaubern, weglaufen.

Das ist ein Muster, das wir persönlich gerne anwenden, in Familien gelebt wird aber auch in Firmen: das Problem unter der Decke halten, die Zahlen schönen, den Bericht „adaptieren“ – alles sind glücklich, außer dem Ausgang. „Don’t ignore intuitive tickles lest they reappear as sledgehammers. — Gay Hendricks“. Schlich gesprochen: vor dem Problem davonlaufen, keine Entscheidung fällen, sich von mitspielenden Mitläufern bestätigen lassen. Alles ist OK (sonst ist der Bonus in Gefahr).

Angst (1)

Diese (und die nächste untaugliche) Strategie ist völlig Angst besetzt – zumeist Angst es könnte sich etwas
verändert. Diese

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(c) Martin Schemm pixelio.de

Angst versteinert Situationen, Menschen legen sich in der Defensive fest. Wenn es leitende Alphatiere sind, ist damit die Meinung der Mitarbeiter und Mitläufer bestimmt. Aber und vor allem die Angst Kontrolle zu verlieren. Die Wahrheit (wenn wir ehrlich sind): niemand hat Kontrolle über andere Menschen, die eigene Gesundheit, äußere Situationen, den Markt, was Andere machen, was der Mitbewerb für Haken schlägt… Angst (so lese ich und erfahre ich) äußert

sich im zurück ziehen: die Geschäftsleitung geht nicht mehr in die Hallen, ist auf Tauchstation, „wir“ wissen es besser, Partner sprechen nicht mehr miteinander. Aber der innere (sinnlose) Dialog macht Stress.

2. seduction or moving toward

Ist ja nicht schlimm, geht gleich vorbei, ist nur eine zeitweise Randerscheinung, na ja man muss verstehen… oder dessen Gegenteil „in den Krieg ziehen“, bekämpfen, versuchen umzubringen.

Das Positive an dieser Strategie: immerhin war jemand so ehrlich zu sehen, dass da ein Problem existiert. Na ja, immerhin.

In der Politik ist das „nur zugeben was nachgewiesen wird und strafrechtlich Folgen hat“. Privat ist das Trennung, Wegwerfen, das Gegenteil machen… Firmen versuchen oft in den Krieg zu ziehen: Aufkaufen, verunglimpfen, Werbefeldzug – na ja, das kennt man. Das bringt etwas Luft, aber die sollte man benutzen.

Als Kind habe ich Mediziner gehasst, die den Satz „es tut bestimmt nicht weh“ vor sich her getragen haben. Jetzt finde ich es nachdenkenswert wenn in Krisenzeiten Forschungsbudgets gekürzt, beim Klopapier gespart und (ja das gibt es) die Verkaufsmannschaft halbiert wird. Hauptsache die Bonus-Kennzahl stimmt? Ist nur ein unbewisener böswilliger Verdacht.

3. embracing

„If you go through hell, keep going – Source unknown“. Wir haben ein Problem und wir stellen uns diesem. Gehört haben Sie diesen Satz sicher schon – wenn er auch rechtzeitig und mit Konsequent gesprochen wurde gratuliere ich. Die Umweltvorschriften bringen sicher Probleme in manchen Firmen – nach einiger Zeit haben diese Firmen die Lösungen erfolgreich verkauft! In vielen Untersuchungen wird erwähnt, das die resilientesten Menschen(Firmen) diejenigen sind,die auch etwas positives in der miesesten Situation finden. Und diese lernen Wesentliches, und dieses Wesentliche ist zumeist dann ein Alleinstellungsmerkmal. Man kann wirklich in Allem etwas positives erkennen, oft allerdings erst im Nachhinein. Aber auch diese Erwartung ist positiv.

Das hat viel mit Ehrlichkeit zu tun: Ehrliches ansprechen des Problems vor den Mitarbeitern und auch dazu sagen, dass man unsicher ist? Dazu braucht es Selbstbewusstsein – oder wollen wir eine Rolle verkörpern? Das ist dann ideal für ein Engagement im Theater. Ehrlich etwas aussprechen ist ein großer Schritt – ja sicher, aber jeder der das tut wird als authentisch und Führerpersönlichkeit wahrgenommen. Es gibt aber einen zweiten Schritt: ehrlich zu sich selber sein, im Selbstgespräch im Kopf ehrlich sein.

Angst (2)

„Options become obvious when you rise above the clouds of fear —  Alan Cohen“. (Auch ein tolles Zitat für den Innovationsleiter) Was lernen wir daraus (und ist offensichtlich) Angst ist der schlechteste Ratgeber. Angst herrscht aber in vielen Familien, in vielen Firmenleitungen und in vielen Köpfen. Es gibt keinen vernünftigen Grund für Angst. Angst macht krank – Menschen und Institutionen. Wer alle diesbezüglich positiven Untersuchungen haben will … aber das kann eh keiner lesen und vielleicht ist die impact- Kennzahl niedrig…

Na vielleicht habe ich übertrieben? Na, jetzt müssen wir (ich auch) es nur noch tun.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: dieser Artikel ist heftig beeinflusst von http://www.gangaji.org

PPS.: Life is not a maze. Life is amazing. —  Source unknown.

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Wenn Du in Eile bist…

16. November 2014

Wenn Du in Eile bist, dann gehe langsam…

Das ist ein bewundernswerter Artikel im Blog von ZenTao den ich hier mit seiner Genehmigung mit großer Freude wiedergebe:


(unten der Link zum Orginal – dieser verlinkte Blog ist sehr lesenswert)

Unsere heutige Zeit ist sehr hektisch geworden, die Menschen haben es sehr eilig und die meisten haben auch ihre innere Ruhe verloren. Dieses immer schneller, immer mehr und immer höher, ist typisch für unsere Zeit. Früher hiess es; ” da hatten die Menschen noch Zeit,” aber Heute, geht das nicht mehr, wir haben viel Arbeit und wenn diese nicht fertig wird, haben die Leute Angst um ihre Stelle. Diese Angst treibt die Menschen an, immer mehr zu arbeiten. Wer schneller arbeitet macht Fehler, weil er/sie schneller arbeiten, er/sie wird schneller Müde und ihre Kräfte lassen nach und bei hohem Arbeitsdruck, erhöht sich auch der Blutdruck. Die Vorteile der Langsamkeit scheinen im ersten Moment nicht so klar zu sein, wie sie eben sind, wenn wir ruhiger und konzentriert arbeiten, sind wir schneller fertig, weil das flicken und korrigieren weg fällt. und die Arbeiter bleiben Gesund.

In einem alten Chinesischen Sprichwort heisst es;

“Wenn Du in Eile bist, dann gehe langsam.”
noch besser wäre; “dann gehe langsam und konzentriert.”
Da gibt es noch eine Geschichte die bei uns erzählt wird;

Eine Hebamme musste zu einer Geburt und bestellte einen Taxi, beim Einsteigen sagte sie dem Taxifahrer;

” Fahren sie Langsam ich habe es Eilig.”

Ein Spruch aus Arbeiterkreisen;

Halte stets die Ruhe heilig, nur die Dummen haben’s Eilig.

Oder diese Zen-Geschichte, aus dem alten Japan

Ein Zen-Mönch war unterwegs, als er von einem fahrendem Händler, der sein Ochsengespann mit der Peitsche antrieb, überholt wurde. Er fragte den Mönch, wie lange es noch bis zur nächsten Stadt sei, es war offensichtlich dass er in Eile war, der Mönch antwortete ihm; “wenn du weiterhin diese Ochsen mit der Peitsche, so fest schlägst, wirst du mehr als zwei Stunden brauchen, aber wenn du langsam fährst, dann bist du in einer halben Stunde dort. Der Händler trieb die Ochsen weiter, mit der Peitsche an und weg war er. Als der Mönch nach langem ruhigen Gehen, langsam Richtung Stadt kam sah er schon von weitem, den Händler mit seinem Ochsenwagen im Graben liegen. Als der Mönch auf der gleichen Höhe wie der Händler war, hörte er in fluchen und schimpfen und sobald er den Mönch sah, wollte der, seine Wut an dem Mönch auslassen. Der aber antwortete ihm gelassen; “ich habe dir ja gesagt, wenn du deine Ochsen nicht schlägst und ein ruhiges Tempo wählst, dann bist du in einer halben Stunde in der Stadt.

twinlili pixelio.de

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Als wir noch Kinder waren, spielten wir das Spiel Eile mit Weile, da hat meistens der verloren, welcher unbedingt gewinnen wollte, er war schon fast im Himmel da wurde er noch von seinen Mitspielern, geschnappt und er musste wieder von vorne anfangen. Auch da ist es meistens so, wie im richtigen Leben, wer großen Ehrgeiz hat und schnell gewinnen will, der verliert am Schluss.

Die Nachteile der Eile liegen auf der Hand, wer in Eile ist, der ist am Ende der Verlierer und wer gehört denn gerne zu den Verlierern?

Die Natur selber kennt keine Eile, die Blumen wachsen nicht schneller wenn wir an ihnen zupfen, die Natur hat ihr eigenes Tempo, das sie immer ein hält. Wir haben jede Menge Zeit und wenn nicht, dann nehmen wir uns diese, so einfach ist das.

Still sitzen, nichts tun das Gras wächst von selber.

Nur wir Menschen meinen, wir müssten mit Dünger nachhelfen, so das die Pflanzen schneller Gross werden. Wenn wir einmal beobachten, wie sich ein Hund verhält, wenn kein Meister da ist, dieser Hund hat jede Menge Zeit, er strolcht gemächlich vor sich hin und schnuppert an allem, er könnte ja etwas verpassen. Erst wenn der Meister pfeift, wird auch der Hund wieder hektisch und rennt zurück.

Wir vergessen gerne, dass wir selber ein Teil dieser Natur sind. Bei den Naturvölkern die immer noch so leben wie früher sehen wir, dass die, sich der Natur anpassen und nicht umgekehrt. Der Mensch versucht schon lange, sich die Natur zum Untertanen zu machen, wir sollten aber versuchen mit der Natur und nicht gegen sie zu leben. Es sind Anzeichen da, dass die Wissenschaft, teilweise auf dem richtigen Weg ist. Sobald aber die Aktionäre Gewinn sehen wollen, sind auch da, die guten Ansätze bald wieder weg, trotzdem besteht Hoffnung, denn das neue Schlagwort; heisst ” Entschleunigung,” ein Begriff den wir heute öfters hören.

Aber was sorgen wir uns? In einem Zen-Gedicht heisst es;

Die Vögel finden immer ihren Weg Heim ins Nest,
die Flüsse finden immer ihren Weg in den Ozean.

Wie lange noch? Auch nur solange es Vögel und Flüsse gibt, wenn wir dann alles Kaputt gemacht haben, stimmt dieses Gedicht leider nicht mehr.

Wenn wir uns wieder Bewusst werden, dass wir im Rhythmus der Natur leben müssen, (wenigstens etwas mehr als bisher ) unsere Unart immer etwas tun zu müssen und unsere Schuldgefühle, die hochkommen, wenn wir einmal nichts zu tun haben, das ist anerzogen durch Generationen. Das heißt nicht, dass wir jetzt alle zu Faulenzer werden sollen.

Wenn wir etwas tun müssen, können wir ja eine Gehmeditation in der Natur machen, oder uns einfach hinsetzen und meditieren.

Je stiller du wirst umso mehr hörst du.

Wenn wir eine Arbeit machen, dann machen wir sie ruhig, gelassen und hochkonzentriert, wir sind uns dabei vielleicht auch bewusst, dass weniger oft mehr ist.

Zum Schluss noch ein Zen-Spruch, der wiederum voller Wahrheit ist.

Niemand wird uns retten, außer wir selber,
niemand kann und niemand wird.
Wir selber müssen diesen Weg gehen.

(c) 13.01.2009 Text von zentao
http://zentao.wordpress.com/2009/01/13/wenn-du-in-eile-bist-dann-gehe-langsam/

 

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Das teure Sparen – wir unterbrechen das „Projekt“

9. November 2014

Ja von der Theorie her sind Lösungen wunderschön, werden in vielen gescheiten Büchern abgeschrieben und wieder zitiert, Varianten entwickelt und darüber Vorträge gehalten. Im Auditorium sitzen nur selten die Leute, die es betrifft. Und die Leute die es betrifft, sind ob der hunderten Umstrukturierung apathisch und sind froh einen Job zu haben. Klar die gescheiten Leute, die Lösungen aus der Direktionssicht beurteilen haben auch keine Zeit (oder keine Lust) sich mit dem arbeitenden Mitarbeitern zu unterhalten.

Die Beraterelite (ich hatte mich gerader vertippt, meine Finger produzierten „Shit“ – nanu) sieht (nun richtig getippt) die Direktion als Kunde und löst das Problem des Kunden. Klar, der unterschreibt den Auftrag.

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VRun pixelio.de

Alleine das Unterbrechen eines Projektes, aus welchen Gründen auch immer, ist eine recht teure Angelegenheit. Sei es, dass die „Beurteilung“ eines Zwischenberichtes abgewartet werden muss, sei es weil die „Aussichten“ für das übernächste Quartal (Astrologie ist sicher zuverlässiger) schlecht sind oder um 3% mehr Mittel (Gott soll abhüten) gebraucht werden. Na da wird eben unterbrochen. Klingt ganz einfach – klar.

Mir ist das Zitat der Untersuchung entfallen, aber ich kann das persönlich (in etwa) bestätigen: pro Woche Unterbrechung braucht es 2 Tage Einarbeitung um wieder auf den Stand des Wissens zu kommen. Das ist jedoch bei Weitem nicht Alles: Faktum ist, dass – wenn das Projekt wieder läuft – mindestens das Doppelte an Zeit für „wie war das doch gleich“ benötigt wird. Jetzt haben wir noch nicht vom „Verstauen“ von aufgebauten Experimenten etc. gesprochen.

Das gescheiteste Argument das das geschilderte Problem nicht existent ist … da fehlt es an einer guten Dokumentation. Spitze – da fällt mir eine amerikanische Studie von IBM ein: eine Seite (!) Manual für den Kunden (!) kostet im Durchschnitt 6000US$. Eine interne Doku auf Verdacht zu produzieren ist da in der Gegend von fahrlässig anzusiedeln. Klar, eine interne Stichwortliste und eine Liste was hat funktioniert und was nicht … etc. ist Stand der Technik – aber nach 3 Monaten Unterbrechung muss den Konvolut auch jemand lesen – oder schreiben wir interne Dokumentationen nach Gewicht, um zu imponieren … bei Leuten die das sowieso nie aufschlagen.

Übrigens habe ich noch nie (und ich kenne viele Firmen) davon gehört, dass – wenn der Mitbewerb schneller war – sich die Befürworter der Zwangspause irgendwie zu Wort melden.

Ich weiß Ihrer Firma kommt das nicht vor – aber wehren Sie den Anfängen

Viel Erfolg

G. Schaffar