Archive for März 2015

h1

Wenn der Chef verschwindet und die Geschäftsführung entsteht

28. März 2015

Ja, das passiert manchmal (oft?), der Eigentümer – vulgo Chef – zieht sich aus der Firma zurück (es sei ihm vergönnt) und an seine Stelle kommen wenige oder mehrere Menschen … die Geschäftsführung (GF) entsteht. Vielleicht wollen die Kinder des Eigentümers gerne Bratsche studieren oder sie haben gesehen was es für eine Plackerei ist eine Firma zu leiten, zu riskieren, Bürokratie zu bändigen und Kindergärtner der Abteilungsleiter zu spielen – alles verständlich.

(c) by_S. Hofschlaeger_pixelio.de

(c) by_S. Hofschlaeger_pixelio.de

Mir kommt vor, dass mit dem Ausscheiden des Eigentümers die langfristige Sichtweise genauso ausscheidet. Der Eigentümer denkt in langen Zeiträumen. Die Geschäftsführung (GF) ist dem Eigentümer verpflichtet und hat einen 3 Jahres-Vertrag. Betrachten wir es aus der Sicht der Spieltheorie: die GF möchte eines mit voller Energie vermeiden: schuld sein.

Nehmen wir nun eine Innovationsentscheidung – es gibt offensichtlich zwei Entscheidungsmöglichkeiten (Voraussetzung das Entwicklungsprojekt ist OK):

  1. wir machen die Entwicklung: die Zukunft ist ungewiss – wenn „es“ schief geht, bleibt die Entscheidung an der GF hängen
  2. wir machen keine Entwicklung: Geld wird gespart (sicher!) … ja es ist zwar nur 0,1% des Umsatzes aber immerhin. Ja und wenn es der Firma nach einer Zeit schlecht geht … dann ist der Mitbewerb schuld, die Wirtschaftspolitik oder die Weltwirtschaft – es wurde ja nichts verändert.

Oder sehe ich das falsch?

Jedenfalls wünsch ich Ihnen gute Nerven und viel Erfolg

Gottfried Schaffar

Advertisements
h1

Innovation & die grauen Zellen

21. März 2015

Ja, es ist doch offensichtlich: um innovativ zu sein muss man die kleinen grauen Zellen in Ordnung halten.

Ich entnehme einer Aussendung des anerkannten Dr. Dharma Singh Khalsa MD (Präsident der Alzheimer-Verhütungs Gesellschaft in USA)

…the other day I wrote to you about the potential dangers of environmental toxins. So let’s focus on certain environmental toxins. There are many:

1.    Lead
2.    Aluminum, which is quite a bad one
3.    Pesticides, herbicides and fungicides. Used in food production and also dangerous
4.    And finally, BPA as found in plastics, which I want to share today.

All of these toxins may have a direct effect on your brain and weirdly injure your gut as well, causing what we call „leaky gut syndrome.“

Wolfgang Dirscherl von pixelio.de

Wolfgang Dirscherl von pixelio.de

But the effects on your brain are paramount!

The main reason I’m interested in talking about BPA now is that I just saw a full page ad in USA Today by the American Chemistry Council touting how safe it was, adding that BPA is safe and has „no health risk to consumers of any age.“

That really got my attention. .

BPA stands for Bisphenol A, an industrial chemical that has been used to make certain plastics and resins since the 1960s.

BPA is found in polycarbonate plastics and epoxy resins. Polycarbonate plastics are often used in containers that store food and beverages, such as water bottles. They may also be used in other consumer goods.

Epoxy resins are used to coat the inside of metal products, such as food cans, bottle tops and water supply lines. Some dental sealants and composites also may contain BPA.

According to one authority at The Mayo Clinic:

„Some research has shown that BPA can seep into food or beverages from containers that are made with BPA. Exposure to BPA is a concern because of possible health effects of BPA on your brain and your behavior.“

So, if you’re concerned about BPA, you can take these steps to reduce your exposure:

•    Seek out BPA-free products.
•    Cut back on cans.
•    Avoid heat. Don’t microwave polycarbonate plastics or put them in the dishwasher,
•    Use alternatives. Use glass, porcelain or stainless steel containers for hot foods and liquids, instead of plastic containers…

Ja ich schätze, da sollte man darüber nachdenken … wenn das ein Amerikaner sagt überhaupt.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: mehr Information http://www.drdharma.com – klar, dort gibt es auch kommerzielle Aussagen.

h1

Es geht auch anders

14. März 2015

(Nein, das wird keine Werbung für einen Mobil-Provider) Führung durch den Betrieb eines großen Konzerns: der Chef führt. Als erstes fallen uns die mehr als freundlichen Aufenthaltsräume und die Kaffeeautomaten einer echt guten Firma (Attest meiner Frau und Kaffeekennerin) auf. Das nächste Erstaunen – es ist per Du mit den Arbeitern und er kennt sich in den Hallen aus … das ist nicht selbstverständlich – glauben Sie mir. Dann frage ich etwas eher kompliziertes (klar, Messverfahren) und was passiert? Der Herr Boss sagt glatt zu uns „keine Ahnung, das muss ich fragen“ – so etwas ist ganz selten. Toller Mann denke ich, aber damit nicht genug: er geht zum Arbeiter, nimmt ihn mit der Rechten Hand um den Oberkörper und sagt: „kannst Du bitte das erklären, ich weiß es nicht“. Jetzt ist es aber an der Zeit diesen Herrn zu prämieren. In so einem Klima laufen auch die kontinuierlichen Verbesserungsvorschläge ohne Probleme, Formulare, Passwörter und Zertifikate an die Abteilungen. Einfach toll!

69874_web_R_K_B_by_Carola Langer_pixelio.de

(c) Carola Langer pixelio.de

Anderes Szenario: Der frische Universitätsabsolvent geht zum Facharbeiter und meint „schau Dir die Zeichnung an – kann das funktionieren?“ und in der Folge „… kannst Du mir das machen?“. Nach einigen Stunden kann er das Teil ausprobieren und mit der nächsten Verbesserung wieder kommen. Klar, das hat er zuerst mit dem Werkmeister abgesprochen, aber auch ohne Formulare und ohne die Geschäftsleitung wegen jedem Ankauf einer Schraube zu beschäftigen. Und die so erfolgte Entwicklung ist ein großer Erfolg geworden. Ist es nicht selbstverständlich, dass der junge Ingenieur die Idee mit dem Abteilungsleiter besprochen hat? Ist es nicht selbstverständlich, dass  der Abteilungsleiter über Kosten, Absatzchancen und Entwicklungszeit nachgedacht hat? Alleine schon einen Facharbeiter an einer Maschine zu finden wird langsam schwierig. Alle Bestrebungen gehen dahin „Schimpansen“ zu beschäftigen um Geld zu sparen.

Ich gebe zu – das kann manchmal schief gehen, aber sind nicht die Gremialentschlüsse (wer traut sich üblicherweise etwas massives gegen die GF-Meinung zu sagen?) genauso keine Garantie für den Erfolg. Im obigen Fall muss sich der Abteilungsleiter verantworten, ist ein Prozess „aufgesetzt“ ist keiner, und sicher nicht die GF schuld.

Hat schon jemand den Zusatzaufwand der ganzen Prozess-Spielerei nachgerechnet? Äh, irre ich mich oder hatte ich neulich in einem Fachartikel etwas von „einfachen Lösungen sind so notwendig“ gelesen? Na da wäre etwas einfaches!

Viel einfachen Erfolg

Gottfried Schaffar

h1

Eisbären und Innovation

10. März 2015

Erinnern Sie sich an die Universum-Doppelfolge über Eisbären? War doch echt beeindruckend! Was das mit Innovation zu tun hat – ganz einfach ein Satz der mich elektrisiert hat „Eisbären sind sehr intelligent und innovativ wenn sie keinen Stress und keine Streitereinen haben“! Na das hätten sie sich auch gedacht? Wie kommt es dann, dass die Forschungsabteilungen immer mehr ausgedünnt werden, die Abteilungsleiter der Forschung und Entwicklung zum „Kundenstreicheln“ durch die Weltgeschichte

(c) by_Kurt_pixelio.de

(c) by_Kurt_pixelio.de

geschickt werden und als Feuerwehr bei Problemen „Missbraucht werden“. Ich verstehe das nicht, aber vielleicht kann mir das einer der Damen und Herrn Umstrukturierer erklären – bitte wirklich, und am Besten nicht nur mir sondern auch den Betroffenen Menschen. Eine Entwicklungsabteilung die nur aus einer Person besteht, die außerdem noch 257 andere Aufgaben hat … ja das ist nur mehr die Visitenkarte von der Entwicklung über. Ach ja, das hätte ich glatt vergessen: wir buchen natürlich die Zeit die zum „Kundenstreicheln“ und Ähnlichem verbraucht wird und den Flug zum Kunden als Entwicklungsaufwand … wir wollen ja mindestens 12% F&E im Budget für den Hochglanzprospekt sehen.

Sollten wir uns ein Beispiel an den Eisbären nehmen? Sollten wir in den Firmen einen Zoologen als Berater einstellen? Oder eine Kindergärtnerin?

Schätze dafür bin ich eindeutig zu dumm – sorry.

Ihnen persönlich wünsche ich viel Erfolg

Gottfried Schaffar

h1

Gegeneinander ist modern – Miteinander funktioniert

1. März 2015

Ein wahres Wort im Standard vom 21.2.2015 von Frau Karin Bauer:

Weniger Ego, mehr Wir

Aus jeder Situation als Sieger hervorgehen. Alle Gegner bezwingen. Bücher mit solchen Er-folgsrezepten aus den Frühjahrsprogrammen der Verlage überschwemmen gerade wieder den Markt.KarinBauer

Tun sie uns gut? Tut es einer gemeinsamen Zukunft gut, wenn sich alle im Business möglichst gewieft als Einzelkämpfer, die bedingungslos über alle siegen wollen, aufstellen? Oder ist da vielleicht doch viel Denke von gestern dabei? Eine, die uns dorthin gebracht hat, wo wir stehen?

Zweifel an solchen Erfolgs-„Rezepten“ und purer Konkurrenz-Propaganda sind zumindest angebracht. Nahrung dürfen sie aus erfolgreichen Kooperationsprojekten im ShareGedanken beziehen, sogar aus Peer-Innovation der Konzerne. Auch die Neurobiologie belegt: Kooperation macht unser Hirn happy.

(Zitat Ende)

Und was heisst das für die Innovation? Jeder gegen Jeden – das ist Krieg. Innovation im Krieg führt immer zu Schmerz und mehr Krieg.

Also mehr miteinander – was nicht gerne gesehen wird (?)… so sind die Gewerkschaften entstanden (einstmals, lange her) … na so ein Mist.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar