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Make it! Make-Szene

12. Oktober 2015

Von der Industrie weitgehend unbemerkt, wächst eine Bewegung (ob es eine Massenbewegung wird ist unklar) der technischen Selbsthilfe und des kreativen Probierens neuer Möglichkeiten. So zum Beispiel sind aus der

RaspberryPi (c) Wikipedia; Philipp Bohk

RaspberryPi (c) Wikipedia; Philipp Bohk

veranschlagten Auflage eines Mini-Schulungscomputer (z.B. Raspberry Pi; ~25€) von 20.000 eine Produktion von mehr als 60.000 pro Tag (!) geworden! Was heißt das für „unser“ Innovation und dessen Management? Also meiner Meinung nach:

  1. Eine Generation von Probierern wächst heran. Das ist nichts Schlechtes, nein das probieren ohne jede hier zu berücksichtigende Differentialgleichung lösen zu können bietet einen unbekümmerten und vor allem offenen Blick auf die anstehende Problematik. Manchmal werden hier Lösungen gefunden, die echt verblüffend sind – OK, man / frau braucht halt länger aber sie finden etwas!
  2. Hier kommen auch Mitarbeiter in Kürze auf den „Markt“ die probieren wollen und ganz sicher wegen 200€ Budget nicht den 18 Seiten Formularantrag ausfüllen möchten und dann durch 13 Stage-Gates Spießrutenlauf zu müssen
  3. Die Werkzeuge zur Datenerfassung, Regelung, Aktoren und Sensoren kann man um das Taschengeld Ihres Sohnes kaufen. Das bietet eine mehr als rechhaltige Experimentierpalette auch für die geschrumpelten F&E-Abteilung – der Wille sich einzuarbeiten vorausgesetzt. Klar, nicht alles kann man so lösen, die Bruel&Kjaer Geräte und die Tektronix Ausrüstung hat noch immer ihre Berechtigung.
  4. Ein Potential an Zeit muss allerdings da sein aber das wichtigere Potential Motivation wird durch diese Beschäftigung stark gefördert.
  5. Ohne Hands-On geht nichts. Also nichts mehr mit gescheit-reden und outsourcen.
  6. Da gibt es aber außerdem noch eine nicht zu vernachlässigenden zusätzlichen Aspekt im Zusammenspiel zwischen F&E und dem Vertrieb: Die Kunden die in der Make-Szene auch nur ein wenig engagiert sind, lassen sich nur einmal hereinlegen. Also Spezialentwicklungen der F&E(?) damit das der Kondensator nach 2000 Stundenkaputt ist oder iPhones die nur mit Spezialwerkzeug öffenbar sind um dann den alten Akku als eingeklebt vorzufinden sprechen sich in Windeseile herum. Also technische Güte scheint wieder gefragt zu sein und weniger Style?
  7. Vorsicht Controller-Irrsinn: wenn jetzt die Entwicklungsbudgets auf 300€ schrumpfen und Zeit und Freiheit nicht mit geliefert werden würde ich die Firma verlassen.

Kaufen Sie sich doch eine Ausgabe der Zeitschrift „Make:“ (9,90€). Sehr viele Schulen haben diese Zeitschrift für Lehrer abonniert!

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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