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Weiser Egoismus

14. Mai 2016

Diesen Begriff übernehme ich von seiner Heiligkeit dem Dalai Lama[i]. Er meint damit nichts anderes als das Forcieren einer Haltung in der man, zumindest manchmal, Leistungen an „der Allgemeinheit“ erbringt – ohne offensichtliche Gegenleistung.

Stellen Sie sich noch einmal vor, Sie bekommen 10€ von Ihrem Chef oder Sie geben 10€ einer Kolporteurin vom Augustin (einer Obdachlosenzeitung). Herschenken ist manchmal schöner – der Homo oeconomicus ist eine Fiktion (das ist auch wissenschaftlich mehrfach untersucht).

Es mag sein, dass Sie zum Beispiel nach einer Charity – Aktion müde sind. Beobachten Sie aber doch einmal Ihre energiegeladenen, kreativen Gedanken, Ihr leicht anderes Auftreten, Ihre Stimme.

Hier einige Ideen:

  • Schenken Sie jemanden ein Lächeln, den Sie eigentlich nicht mögen
  • Schenken Sie einem Bettler eine – für ihn – unerwartete Summe Geldes
  • Kaufen Sie einen Blumenstrauß, gehen Sie ins lokale Altersheim, fragen die Oberschwester wer nie Besuch bekommt und übergeben den Blumenstrauß.
  • Hören Sie jemandem zu, dem niemand zuhört

Versuchen Sie es, Sie werden überrascht sein, wie gut das tut und wie anders zumindest der nächste Tag verläuft.

Joan Borysenko kategorisiert hier

  • „negative Emotionen“ – Ich, meiner, mir, haben, mehr und die …
  • „positive Emotionen“ – Ehrfurcht, Liebe, Freude, Vertrauen, Friede, Vergebung.

Versuchen Sie es, oder schauen Sie sich die Leute zum Beispiel in einem Altersheim an: da schleppt sich eine Dame mühselig durch die Gänge als sie plötzlich auf eine andere Insassin trifft, der es noch schlechter geht. Die erste lässt die zweite einhängen um ihr beim Gehen zu helfen – ein alltäglicher Vorgang. Jetzt schauen Sie sich die erste Dame an – die Haltung, die Energie, die Ausstrahlung, das alles hat sich sehr positiv verändert.

Ein Radiomoderator in USA hatte einmal Mutter Theresa zu Gast. Am Ende des Interviews fragte er „Mutter Theresa, was können wir als Radiostation für sie tun?“ und sie antwortete „Danke, ich wollte nur das neue Obdachlosenasyl bekannt machen. Der Radiomoderator ließ aber nicht locker „Mutter Theresa, wir sind eine große Radiostation, wir können viel Publicity für sie erreichen“, die kleine Person sagte aber nur, dass sie keine Publicity benötigt. Das ließ aber den Moderator nicht ruhen „Mutter Theresa, wir können eine Menge Geld für sie auftreiben!“ Und die 1m 47cm Frau antworte „Sie dürften es sehr ehrlich meinen. Wenn sie wirklich etwas tun möchten, stehen sie morgen in der Früh um 3Uhr 30 auf, gehen sie hinaus in die Straßen von Albuquerque, finden sie jemanden der glaubt, dass er alleine ist und überzeugen ihn, dass er es nicht ist“.[ii]

[i] Zitiert nach It’s Not the End of the World: Developing Resilience in Times of Change von Joan Z. Borysenko von Hay House, 2009

[ii] aus dem Gedächtnis, nach einem Vortrag von Wayne W. Dyer

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Sich selber anlügen stoppt innovatives Denken

9. Dezember 2012

Ich denke den Grundgedanken zu diesem Artikel verdanke ich Dan Millman aus einem Buch das ich bei einem langen Zwischenstopp auf irgendeinem Flughafen gekauft habe.

Der Grundgedanke ist der: Man nimmt sich etwas vor, z.B. in der Frühe für den Tag oder für einen Monat, und dann kommt man darauf das es (wieder einmal) viel zu viel war was man sich da vorgenommen hat. Das ist also ein sehr persönlicher Vorgang und es geht die Firma und dem Chef so etwas von überhaupt nichts an, wie etwas jemanden nichts angehen kann.

Warum ist dieses Vorgehen für den Innovationsprozess so tödlich? Der Grund ist einfach: die Elends lange Liste und der vorrückende Stundenzeiger bringen uns unter Zugzwang. Was von der heutigen Liste soll den noch (schnell) erledigt werden. Das nimmt jede Freude an der Arbeit und zuwenden können Sie sich in dieser Situation einem Problem schon überhaupt nicht. Die Zuwendung – die freudvolle Zuwendung, nein die erwartungsfrohe Zuwendung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen, völlig neuen Idee.

Mir ist klar, dass das offiziell schwer durchzuboxen ist – offiziell haben Sie Ihre 47 Projekte mit Deadline, was ja nicht sehr förderlich der inneren Ruhe und erwartungsfrohe Zuwendung ist. Etwas wirklich Großes, eine völlig neue Idee kommt aber aus der Ruhe, der Stille zwischen den Gedanken.

Also ganz praktisch: packen Sie den Stapel mit Unerledigtem in den Kasten und legen Sie nur das eine Projekt auf den Schreibtisch. Schön wäre noch das Abschalten der Telefonen, Handys und Computer – schätze das geht aber an Ihrer Arbeitswirklichkeit völlig vorbei. OK und dann nehmen Sie sich für die nächsten z.B. 4 Stunden vor dabei zu bleiben.

Ja – selbstverständlich – ein Problem kann länger dauern (und tun es auch – zumindest bei mir). Wenn aus einer Komplikation ein Arbeitsschritt länger dauert, dann killt das nicht unser Selbstverständnis. Es sind die unrealistischen Listen die wir uns vornehmen – wissend, dass sich das nie ausgeht.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden – ein Praxishandbuch“ ist bei jeder Buchhandlung erhältlich. Bei Amazon war die erste Verlagslieferung binnen einer Woche weg – Danke. Buchdetails