Posts Tagged ‘Management’

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Team & Mind Coaching

19. Februar 2016

Da habe ich wieder einmal das Buch von Jeff Salz hervorgeholt „Höher Als Everest“ und darin einen Text gefunden der allen die sich mit Team-Bildung beschäftigen ins Stammbuch geschrieben werden sollt (Zitatanfang):

»Mind-Coaching«

Das vielleicht sinnfälligste Beispiel eines Teams, das von Führerschaft mit vollem Einsatz profitiert hat, sind die Chicago Bulls – fünfmaliger Basketball-Landesmeister und durch das Basketball-Phänomen Michael Jordan und den früheren Coach Phil Jackson zu drei aufeinander folgenden Titeln geführt. Sicherlich

(c) Annamartha pixelio.de

(c) Annamartha pixelio.de

ebenfalls für einen Teil des Erfolgs verantwortlich war der im Hintergrund wirkende George Mumford, der spirituelle Berater und Meditationsguru, der die Mannschaft etliche Jahre betreute. George praktizierte nicht nur das, was er »Mind-Coaching« nennt – dabei arbeitet er mit einzelnen Spielern ganz persönlich und hilft ihnen, die innere Verfassung zu erreichen, in der sie ihr Leistungsoptimum erreichen können –, sondern überzeugte die gesamte Mannschaft von der Notwendigkeit der gemeinsamen Meditation, durch die selbst die stärksten Individualisten ein starkes Gefühl von Teamwork bekamen. »Wenn du bei so einem Haufen erreichen kannst, dass die einzelnen ihren Eigennutz einmal zurückstellen und sich auch für die Bedürfnisse der anderen interessieren«, sagt George, »können ganz erstaunliche Dinge passieren. Dann zeigt sich wirklich, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. «

In dieser Team-Atmosphäre bildete sich ein natürlicher Anführer heraus. »Es hätte auch dabei bleiben können, daß die Mannschaft einfach aus Jordan und ein paar, die ihm zuarbeiten, besteht«, erinnert sich George. »Aber Michael wurde ein richtiger Mannschaftsführer, und erst dadurch entstanden eigentlich die Bulls. Wenn man sich die Entwicklung ansieht, ist vor allem ein ungewöhnlich begabter Spieler zu sehen, dem irgendwann klar wurde, dass das Team insgesamt von seinem Verzicht auf ganz persönlichen Nutzen profitiert. Man könnte auch sagen: Michael lernte, wie man abgibt. So begabt er sein mag, was ihn groß machte, war die Einsicht, dass die Mannschaft vorgehen muss. « (Zitatende)

Ist doch überlegenswert – oder? Und wie ist das wenn wir das (nur so gedanklich) auf die Gesellschaft anwenden?

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Stress… haben Sie?

24. Januar 2016

Ja diese Woche möchte ich ein bewundernswertes Buch empfehlen: Ajan Brahm „Der Elefant, der dqw Glück vergaß‘ und daraus einfach ein Kapitel zitieren „Die Ursache von Stress“:

(Zitatanfang) 2010 sollte ich auf dem World Computer Congress in Brisbane den Eröffnungsvortrag halten. Ich hatte

Wikipedia: Ajahn_Brahm_Kathina_Day

Wikipedia: Ajahn_Brahm_Kathina_Day

zwar keinen blassen Schimmer von Computern, aber von derlei Petitessen wie völliger Ahnungslosigkeit meinerseits habe ich mich noch nie abhalten lassen. Also nahm ich die Einladung an.
Während meines Vortrags hob ich mein Wasserglas hoch und fragte das Publikum: »Was glauben Sie, wie schwer ist dieses Glas?«
Bevor eine Antwort kommen konnte, sprach ich weiter: »Wenn ich das Glas weiter so halte, wird mein Arm nach fünf Minuten wehtun. Nach zehn Minuten lässt sich der Schmerz schon nicht mehr ignorieren. Und nach einer Viertelstunde leide ich Höllenqualen und bin ein sehr törichter Mönch.
Was also kann ich tun?
Sobald das Wasserglas so schwer wird, dass ich es nicht mehr bequem in der Hand halten kann, sollte ich es für eine Minute abstellen. Nachdem sich mein Arm dann sechzig Sekunden lang erholt hat, kann ich das Glas wieder mühelos hochhalten. Wenn Sie mir nicht glauben, probieren Sie es zu Hause selbst einmal aus.
Sollten Sie sich nach der Ursache von Stress am Arbeitsplatz fragen: Hier haben wir sie. Es hat überhaupt nichts damit zu tun, wie viel Arbeit Sie haben oder wie schwer Ihre Verantwortung wiegt. Es geht ausschließlich darum, dass Sie nicht in der Lage sind, die Arbeit auch mal einen Moment Arbeit sein zu lassen, wenn sie allzu belastend wird, und sich etwas auszuruhen, bevor Sie Ihr Päckchen anschließend wieder schultern.«
Meine Empfehlung kam so gut an, dass sie in The Australien, der einzigen überregionalen Tageszeitung unseres Kontinents, veröffentlicht wurde und es von da aus sogar auf die Website der australischen Börse brachte.
Wenn Sie nicht lernen, die Last auch mal abzulegen und sich etwas auszuruhen, sobald Sie sich gestresst fühlen, leidet die Qualität Ihrer Arbeit, Sie schaffen viel weniger und Ihr Stresslevel steigt. Gönnen Sie sich jedoch um die Mittagszeit ein halbes Stündchen Pause, machen Sie die vermeintlich verlorene Zeit anschließend doppelt wieder wett. Dann erledigen Sie beispielsweise eine Aufgabe, die Sie vorher vier Stunden lang in Anspruch genommen hätte, in nur drei Stunden und das mit exzellentem Erfolg. Das Abstellen des Wasserglases ist deshalb keine Verschwendung wertvoller Lebenszeit, sondern eine Investition, die sich aufgrund der dadurch erhöhten Effizienz Ihres Gehirns mehr als auszahlen wird.
Meine Empfehlung erschien später übrigens sogar auf dem Blog der Harvard Business School. Also hab ich auf der Konferenz in Brisbane ja vielleicht doch gewusst, wovon ich rede. (Zitatende)

Ja, ein tolles Buch und alle Kapitel sind so kurz…

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Umrechnen auf Geldwert?

7. November 2015

Jeder rechnet alles in Geldwerte um … oder irre ich mich? So kann man eben in der Wirtschaft vergleichen: Produktionsmethode A verglichen mit Produktionsmethode B; Investition A mit der Investition B, Äpfel mit Birnen?

Schon in den 1920er-Jahren warnten Soziologe vor den Verwendung des Einkommens als einzigen Sozialindikator … mit wenig Erfolg außer in Publikationen.

Ich darf zu einem Experiment einladen – OK, es ist ein bisschen mathematisch und abstrakt aber einfach. Bitte stellen Sie sich eine Welt vor, eine Welt in der der Raum nicht drei Dimensionen (Länge, Breite und Höhe) hat sondern nur eine (Länge z.B.). Mithin schaut diese Welt aus wie eine Gerade, dieses Universum ist also eine unendliche Gerade und die Bewohner sind Strecken (die sich vielleicht herumbewegen). Für so ein Wesen ist ein winziger Punkt auf dieser Geraden ein unüberwindliches Hindernis – „er“ kann ja nicht herumgehen – das wäre eine zweite Dimension.

„Möbius strip“ von David Benbennick - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%B6bius_strip.jpg#/media/File:M%C3%B6bius_strip.jpg

„Möbius strip“ von David Benbennick – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%B6bius_strip.jpg#/media/File:M%C3%B6bius_strip.jpg

Genau diesen Effekt haben wir aber bei der Umrechnung in Geldwert – eine eindimensionale Sichtweise. Hindernisse können oft unüberwindlich sein (scheinen). Diese Geldwerte oder irgendwelche Kennzahlen verkürzen die „Wirklichkeit“ also völlig unzutreffend, aber einfach zu verstehend. Schlichte Gemüter (nein, ich erwähne das Wort Controller hier absichtlich nicht) fühlen sich aber mit so einer Sichtweise sicher: Die Aussage ist ja „es kann nicht funktionieren – weil das ist zu teuer“. Die Wirklichkeit hält sich aber nicht daran und der Mitbewerber überholt uns dann.

Dieser Effekt der missverstandenen unüberwindlichen Hindernisse bleibt bestehen, auch wenn wir 2, 3 oder noch mehr Kennzahlen und Bewertungen in die (ach so) wissenschaftliche Untersuchung einbeziehen. Nehmen wir den Fall mit zwei Dimensionen (Länge, Breite): ein Strich (Gerade) ist hier genauso völlig unüberwindlich – ein dreidimensionales Wesen kann aber den Strich übersteigen. Für das zweidimensionale Wesen ist das unmöglich – ein Wunder – das muss illegal sein.

Sie können beliebig viele solche Dimensionen hinzufügen – es wird nur für die menschliche Vorstellung schwierig – sonst ändert sich nichts: unüberwindliche Hindernissen im n- dimensionalen- Raum können im n+1-dimensionalen Raum „überstiegen“ werden. Die scheinbare (illusionäre) Sicherheit, die solche Vergleiche vortäuschen kann ganz schlimm in „die Hose“ gehen. Die Methode ist also prinzipiell ein Fehlansatz? Nein, man kann sie mit Umsichtverwenden. Aber da sind meiner Meinung nach drei Ansätze wichtig:

  1. Alle Werte und Ausgangswerte haben Unsicherheiten, die man genauso „schätzen“ kann wie die Ausgangswerte. Und dann kann man, mithilfe der Fehlerfortpflanzungsrechnung, die zu erwartende Unsicherheit des finalen Vergleichswertes berechen (wenn man will und das gelernt hat – ist nicht schwierig). Das übliche Vorgehen: Variante A ergibt eine Kennzahl (Gewinnerwartung z.B.) von 134.75 und die Variante B 164.16 – OK – super wir machen B…. oder? Sieht man sich vielleicht die Unsicherheit der beiden Werte an (Beispiel:) A: 134.75 +/- 63 und B 164.16 +/- 79 so sehen wir, dass die Wertebereiche sich in weiten Bereichen überschneiden. Die Aussagekraft der Zahlen ist also Null – klar, das muss nicht so sein.
  2. Eine „ausreichende“ Anzahl von Kenngrößen (Dimensionen) wählen. Also ein Modell der Wirklichkeit, das mit „ausreichender“ Genauigkeit Aussagen für diesen Fall ermöglicht. Die Ermittlung so eines Modells ist aber zeitaufwändig (wir haben dazu aber keine Personalkapazitäten mehr), erfordert eine langjährige Praxis und Erfahrung (wir haben aber die langjährigen Mitarbeiter aus Kostengründen schon entfernt und vielleicht auch nie jemanden gehabt der sich mit solchen Problemstellungen befasst). So etwas kann man nicht in einer 30 Minuten Workshop-Sitzung „erledigen“ –  ja ich weiß, unsere 3 Direktoren machen das in 5 Minuten? Na ja.
  3. Eine negative Aussagen aus Punkt 1 und 2 ist nicht als final anzusehen. Wir wissen ja, der mit einer Dimension mehr kann über dieses Hindernis einfach übersteigen. Hier ist der einzige Weg nicht nur dem „Workshop-Gremium“ sondern auch Außenstehenden die Aufgabe zu stellen die Entscheidung mit neuen Ideen zu Fall zu bringen. Dazu brauchen die „Außenstehenden“ aber ein Zeitkontingent!

Damit sich aber jemand traut eine gegenteilige Meinung zu vertreten, muss in der Firma Vertrauen (und nicht der Rotstift) und ein kollegialer Umgang auch über mehrere Hierarchien herrschen (Herr Direktor – nein das stimmt so nicht). Vergleichen Sie das Arbeitsklima in Ihrer Firma mit dem, in diesem Absatz geschilderten als Hausübung.

Sie sehen – die 5 Minuten – Lösungen sind genauso gut wie Würfelentscheidungen. Ist das der Grund, warum Startups den Großen manchmal um die Ohren sausen? Ist ja gut, dann kauf ich mir die Kerle…

Ja auch wenn manche Entscheider teuer sind, manche Entscheidungen sind billig.

Viel Erfolg … trotzdem

Gottfried Schaffar

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… warum sind da so wenig Innovationen?

1. November 2015

In der Zeitschrift „der Standard“ war am 21.10.2015 die Antwort – oder?

Viel Erfolg

G. Schaffar

Der Standard 21.10.2015; Karin Bauer

Der Standard 21.10.2015; Karin Bauer

 

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Der Computer macht alle gleich?

13. September 2015

Das hört man in den Betrieben öfter, spätestens beim Leider-Geht-Nicht-Mehr-Danke-Gespräch: „der Computer hat große Teile Ihrer Arbeit ja jetzt übernommen“. Na prost!

Aber die späte Genugtuung ist da? Na ja, Schadenfreude ist nicht motivierend und auch nicht innovationsfördernd. Aber der Karriere-Standard vom 20.6.2015 brachte die Botschaft „iCEO: der virtuelle Manager ist auch schon da“. Ein echt interessanter Artikel von Adrian Lobe – lesen Sie ihn im Original.

In einem Test hat das Programm „iCEO“ die Organisation eines Berichtes für einen prestigeträchtigen Kunden (Fortune 50 Unternehmen) zu managen. Der „iCEO“ schaffte das in 3 Tagen ohne menschliche Interaktion, typischerweise braucht ein normaler Manager dazu mehrere Wochen. Ja, genau: das einstellen der Parameter für die Aufgabe des „iCEO“ brauchte auch ein paar Stunden Zeit. Offensichtlich ist es einfach, eingespielte Vorgangsweisen im Management zu automatisieren.

Der Fahrdienstleister Uber hat kein mittleres Management: alles läuft über den Einsatzcomputer…

Fakt dürfte sein, dass diese Automatisierung ein Heer von Leiharbeitskräften erzeugt das nur mehr virtuell dem Unternehmen zuarbeitet.

Na keine wirkliche Motivation für Innovation…

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: die Software (falls Sie sie kaufen möchten) ist von Institute for the Future of Work

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Test – Innovationsmanagement?

5. Juli 2015

Visitenkarten mit xx- Management mehren sich … hmm. Berater, Ausbildungen, Lehrgänge und Bücher zum (und davon möchte ich räsonieren) mit Innovationsmanagement stauen sich auch in den bunten Prospektablagen und in den Vorzimmern der wichtigen Leute. Aber fangen wir von vorne an: Manager, die etwas managen sollen, von dem sie keine Ahnung haben, kennen Sie und Ich höchstwahrscheinlich. War der an den Sie denken ein wahres Glück der reine Segen für die Firma? Ich liebe Manager die sich in der eigenen Firma verirren oder mit einem Zettel führen, von dem sie ablesen was sie „erklären“.

Nun denn… zurück zum Innovationsmanagement: fragen Sie doch ganz schlicht den Anbieter von solchen Innovations-(irgendwas) schlicht : „Was waren die tollsten 10 (meinetwegen 3) Innovationen in Ihrer Firma letztes Jahr?  Nein, wir sprechen von Ihrer Firma!“.  Wenn sich nun Stille oder NLP- Gebrabbel (beides ist identisch zu bewerten) breit macht, würde ich das mit „Möchten Sie noch einen Kaffee?“ höflich überbrücken.

Übrigens: wie würden Sie von einem Vermögensberater denken, der mit dem Fahrrad auftaucht?

Ich weiß, in der Politik heißt das „der Herr Minister ist eben unvoreingenommen“ … schön für ihn und meist schlecht für uns. Unter Lobbyisten heißt das „ein offenes Tor“ …

Aber so rein praktisch: da kommt jemand um zu managen und hat keinen „Tau“ was da z.B. verkauft wird. Was passiert: er umgibt sich mit Beratern (Zeitverträge … die müssen bewundern) und Jasagern. Dasselbe macht die Frau Minister auch … die fürchtet sich noch zusätzlich vor den Beamten mit der „anderen“ Farbe … und huch … die haben noch dazu jahrelange Erfahrung und sind unkündbar.

Zurück zur Innovation: was braucht es für die Notwendigkeit eines Innovationsmanagers?

  1. zu viele Ideen, die der gewinnbringenden Ausführung harren und deshalb gemanagt werden müssen. Aber das Blöde ist, um zu
  2. vielen Ideen und Innovationsansätzen zu kommen braucht es
    1. Vertrauen und Stabilität in der Firma, also nicht alle 3 Monate umstrukturieren und umgliedern
    2. Um Vertrauen aufzubauen braucht es Offenheit und Fairness – wenn der Aktienkurs regiert sind Alle nur zur Kennzahl degradiert
    3. hatte eine Kennzahl schon mal eine Innovation?

Ich gebe es ja zu: ich verstehe vom Management nichts …

Prost, wir treffen uns beim Heurigen

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Haltet die Schuldigen

25. April 2015

Im Karrierestandard vom 11.4.2015 war wieder eine „Personal Moves“ Kolumne von Frau Karin Bauer die mehr als bemerkenswert ist:

Erschöpfte Belegschaften, abgewandte Mitarbeiter. Junge Jobhopper an digitalen Schnittstellen,KarinBauer die schnell wieder abhauen. Teams, die sich selbst blockieren. Führungskräfte, die nicht mehr können oder weiterwissen. Organisationen, die, zugemüllt in Prozessen und Methoden, Reportings und Schablonen, paralysiert sind – Phänomene, die jetzt in jeder Studie zum Wandel der Arbeitswelt auftauchen.

Dazu die Erkenntnis: Neue Prozesse, Methoden und Software lösen nichts. Gleich wird auch die Frage der Schuld an all der Unbill gestellt und schnell beantwortet: Externe Faktoren (der Markt, die Ansprüche der Jungen, die Digitalisierung) sind die Bösen. Die Personalabteilungen sind die Unfähigen. Die Mitarbeiter die Schwierigen. Solche Urteile sind kontraproduktiv, weil sie verhindern, was geschehen soll: Selbsterneuerung der Systeme. (Zitatende) www.derstandard.at

Wann wachen die Firmen auf? Oder sind die Geschäftsführungen komplett ratlos, dass sie dauernd Berater brauchen die im Negativfall „Schuld“ sind? Wenn in der Belegschaft der Begriff „Prozess“ als Drohwort verwendet wird, ist doch langsam (?) die Geduld ausgereizt. Wie soll da noch die beschworene Innovation passieren? Aber oft wird ein Mitarbeiter zur Schulung geschickt oder der FH-Kurs geduldet, um dann als „Innovationsmanager“ auf der Visitenkarte genau keine Gehaltserhöhung zu bekommen und präzise genau Null Mitarbeiter und keine Kompetenzen bekommt. Aber die Firma hat einen Innovationsmanager…. der in Wirklichkeit sich um Probleme im Tagesgeschäft kümmert und Kunden beruhigen muss.

Das soll zukunftsweisend sein? Na, jedenfalls ist es modern und entspricht einer „schlanken“ Organisation.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Die Montagmorgen Innovation?

19. April 2015

Klingt nach machen-wir-schnell-mal? Ist aber nicht so gemeint. Ist auch nicht als Aktivität in der Firma gedacht. Ich denke man sollte sich am Montagmorgen, auf dem Weg in die Firma, noch etwas überlegen – fix und jede Woche:

Was bringe ich in die Firma mit? Meinen (mehr oder weniger) willigen Körper oder habe ich mir etwas zurechtgelegt oder aufgeschrieben?

Und nun, so finde ich, teilen sich die Richtungen: ist es (A) ein Zettel oder eine Fahrscheinrückseite mit neuen innovativen Ideen … oder ein Zettel oder geheimen Gedanken für (B) das Überleben in der Firma.

Ich denke, es ist klar was ich meine: im Falle (A) sind sie in der richtigen Firma oder umgekehrt, Sie sind der absolut Richtige für die Firma; tja und im Fall (B) würde ich mir die Stellenangebote in der Zeitung ansehen oder bei einer Personalfirma (die NICHT für Ihre gegenwärtige Firma arbeitet) diskret anfragen.

Zum Testergebnis (A) ist aber leider noch etwas zusätzliches zu sagen: fragen Sie sich doch auch ob diese Firma (eine Firma hat ja Absurderweise Persönlichkeitsrechte) auch Handschlagqualität hat und „erkennt“,OLYMPUS DIGITAL CAMERA dass Sie jetzt für „Ihre“ Firma da sind und vielleicht die Firma ein anderes Mal sich daran erinnert das Sie jetzt Unterstützung brauchen. Wenn in Ihrer Firma ein Chef ist, der den Ehrentitel Mensch verdient, dann würde ich mich in der Firma weiter mit Engagement, Elan und Ideenfreude engagieren. Es ist zurecht „Ihre“ Firma und Sie gehören zur Firmenfamilie. Ist der Chef sehr formal und pocht auf Performancezahlen und Indikatoren dann würde ich an Ihrer Stelle mir Ihren Vertrag ansehen. Haben Sie sich damals (im Überschwang der Gefühle) verpflichtet der Firma alle Innovationen bis zum was-weis-ich-Datum zu geben. Da würde ich einfach verstummen. Zahlenverliebte Geschäftsführer sind keine Menschen im üblichen Sinn (tut mir leid – oder doch nicht?), das sind Automaten die jeden auch noch so engagierten Mitarbeiter entfernen wenn es die Zahlen verlangen. Also zurück zu Feld (B).

Das sind harte Worte, das ist aber meine Meinung und Beobachtung.

Viel Erfolg für Sie persönlich

Gottfried Schaffar

PS.: angeblich ist ja Ihre Firma für Menschen da …. oder sind da nur die Kunden gemeint? Was kann man daraus schließen?

PPS.: mein Buch über „radikale Innovation“ ist für Menschen geschrieben

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Eisbären und Innovation

10. März 2015

Erinnern Sie sich an die Universum-Doppelfolge über Eisbären? War doch echt beeindruckend! Was das mit Innovation zu tun hat – ganz einfach ein Satz der mich elektrisiert hat „Eisbären sind sehr intelligent und innovativ wenn sie keinen Stress und keine Streitereinen haben“! Na das hätten sie sich auch gedacht? Wie kommt es dann, dass die Forschungsabteilungen immer mehr ausgedünnt werden, die Abteilungsleiter der Forschung und Entwicklung zum „Kundenstreicheln“ durch die Weltgeschichte

(c) by_Kurt_pixelio.de

(c) by_Kurt_pixelio.de

geschickt werden und als Feuerwehr bei Problemen „Missbraucht werden“. Ich verstehe das nicht, aber vielleicht kann mir das einer der Damen und Herrn Umstrukturierer erklären – bitte wirklich, und am Besten nicht nur mir sondern auch den Betroffenen Menschen. Eine Entwicklungsabteilung die nur aus einer Person besteht, die außerdem noch 257 andere Aufgaben hat … ja das ist nur mehr die Visitenkarte von der Entwicklung über. Ach ja, das hätte ich glatt vergessen: wir buchen natürlich die Zeit die zum „Kundenstreicheln“ und Ähnlichem verbraucht wird und den Flug zum Kunden als Entwicklungsaufwand … wir wollen ja mindestens 12% F&E im Budget für den Hochglanzprospekt sehen.

Sollten wir uns ein Beispiel an den Eisbären nehmen? Sollten wir in den Firmen einen Zoologen als Berater einstellen? Oder eine Kindergärtnerin?

Schätze dafür bin ich eindeutig zu dumm – sorry.

Ihnen persönlich wünsche ich viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Controller an die Macht! … oder doch nicht?

21. Februar 2015

Controller werden immer mehr in Spitzenpositionen gehoben. Warum verlangen das Eigentümer oder deren (selbst ernannte) Beauftragte? Was hat das für einen Einfluss auf den Innovationsprozess.

Ich denke der Grund ist einfach – in einer unsicheren Zeit möchte man(n) Kontrolle. Unsicher ist die „Zeit“ aber nicht in der Firma, sondern im wirtschaftlichen und sonstigen Umfeld. Sogar in der Zeitung „Der Standard“ steht der Satz „…ängstlicher Vorstand…“. Also installieren wir Controller zur Kontrolle, und mehr Kontrolle ist ja auch mehr Sicherheit. Das Problem ist aber, dass der Controller im Inneren der Firma kontrolliert, die wesentlichen Unsicherheiten aber außerhalb der Firma sind. Das erinnert doch stark an den Buben dem es am Popo juckt, aber da er in der Klasse ist, kratzt er sich am Kopf. Oder sehe ich das zu überspitzt?

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Regina Kaute_pixelio.de

Im Grunde ist die Sehnsucht nach Sicherheit illusionär, nein die Sehnsucht ist real, aber man kann keine Sicherheit erzeugen – das Erdbeben in 3 Sekunden kann das Spiel sehr schnell beenden, der Bankencrash den der Staat (der Steuerzahler) nicht mehr stemmt verändert aber auch Alles. Kontrollieren kann man nur sich selbst … und das sehr schlecht. Es kann noch so eine „sichere“ Bonierung im Restaurant installiert sein – der Kellner, der es darauf anlegt kann seinen Chef betrügen – oder? Das ist einfach überall so, glauben Sie mir oder überzeugen Sie sich. Es entstehen nur immer komplexere Systeme und Regelwerke bei denen man Experten braucht um sie auch nur brav zu befolgen. Oder machen Sie Ihre Steuererklärung selber? Und in der Zeitung steht das der Herr X „nur“ ein paar Millionen auf die Seite geschafft hat – überzeugt, dass das der falsche Weg ist?

Dasselbe passiert in den Firmen: immer komplexere Regelwerke („… da setzen wir einen Prozess auf“) komplizieren das produktive Arbeiten. Aber fragen Sie doch unter welcher Verrechnungsnummer Sie den Bürokratieirrsinn verbuchen sollen… die Antwort die Sie sicher bekommen: „…na das bisschen eben unter dem Projekt für das Sie gerade arbeiten“ und dann wundern wir uns, dass Andere billiger sind? Andere schneller sind? Andere effektiver sind?

Controlling ist ja auch ein tiefes Misstrauen gegenüber den eigenen Abteilungsleitern. Um wieder in den Innovationsbereich zu kommen: Abteilungsleiter haben doch immer schon auf Sparsamkeit und Effizienz bei Innovationsprojekten geschaut oder? Jetzt soll der Controller, der im Wesentlichen nur die Sprache der Zahlen versteht in letzter Instanz entscheiden? Oder gibt es eine Kennzahl für die Bedeutsamkeit einer Angedachten oder in Entwicklung befindlichen Innovation? Wenn, dann ist es eine Kombination aus Meinungen … wenn das objektiv sein soll…? Aber gehen wir auf ganz sicher: die Entscheidung trifft ein Gremium – das ist toll – nein ist es auch wirklich wir haben ja mehrer Meinungen (wenn sie gegen die Chefmeinung sich etwas sagen trauen) und wenn es schief geht waren die „Anderen“ schuld.

Das ist sicher nicht generell so zu sehen, im Inneren einer Firma gibt es nun mal Reibungsverluste, aber eben auch aufgrund der Bürokratie. Im außen der Firma, am Markt und mit Innovationen da ist das hundertfache Potential. Aber dazu muss man Mut haben und die eigenen Leute nicht mit Zusatzaufwand zu jeder Idee bremsen. Irgendwann geben es die Mitarbeiter auf sich wegen einer Entwicklungsidee einem Hearing stellen zu müssen.

Es ist schön, dass es in Ihrer Firma besser ist.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar