Posts Tagged ‘Querdenken’

h1

Neugier und Scheitern

25. Januar 2015

Vor einigen Tagen habe ich eine sehr interessante Textpassage gelesen, eine Textpassage die sehr gut zum Thema Innovation passt. Der Text stimmte mich nachdenklich und zeigt den Grund warum „wir“ als Gesellschaft und auch als Mitglied einer Firma uns mit Innovationen schwer tun:

(Zitatenfang)

Als intelligenter Spezies ist uns die Motivation durch Neugier bestens vertraut. Sie ist uns angeboren. Unsere angeborene Neugier sorgt dafür, dass unser kindliches Gehirn wächst und die Fähigkeiten entwickelt, die auf uns warten. Je mehr die angeborene Neugier durch die Gesellschaft und den inneren Frieden genährt wird, umso besser entwickelt sie sich auf natürliche Weise. Wird sie hingegen von der Gesellschaft oder der Familie unterdrückt, fehlt es uns an eigenen Anreizen, und wir lassen uns leicht vor den Karren anderer Leute spannen. Nur wenn der Lernprozess höher gewertet wird als der Erfolg, blühen wir als Menschen auf. Wenn Erfolg und das, was er einbringt, höher gewertet werden als der Lernprozess, fürchten wir schließlich das Versagen, und durch diese Angst fangen wir an zu verkümmern.

(c) by_Lupo pixelio.de

(c) by_Lupo pixelio.de

Nur allzu oft wird unser natürlicher, animalischer Forscher- und Entdeckerdrang so eingeschränkt, dass wir lieber auf Nummer sicher gehen oder die Fehler, die wir zwangsläufig machen, zu vertuschen versuchen. Leider ist das in unterschiedlichem Maße bei den meisten heute lebenden, konventionell erzogenen und ausgebildeten Menschen der Fall. Wir sind dazu erzogen worden, Werkzeug und Hüter der Gesellschaftsinteressen zu sein. Natürlich sind die Interessen der Gesellschaft wichtig. Sie sind letztlich die unseren, denn wir sind soziale Wesen. Aber den wahren Interessen der Gesellschaft ist am besten gedient, wenn wir den Raum und die Freiheit haben, unseren intelligenten Forschungsdrang zu befriedigen.

Während außergewöhnliche Wissenschaftler wie Einstein berichten, dass sie den Durchbruch oft dann erreichten, wenn sie alles Wissen zurückließen wie im Schlaf oder beim Tagträumen, und Künstler aller Genres von der Kreativität als einer Kraft sprechen, die in Gestalt einer Muse oder Gottheit über sie kommt und ihnen auf geheimnisvolle Weise die Hand oder den Körper führt… (Zitatende)

Ich finde den Text sehr überzeugend: Neugier, Forscherdrang und auch die repressionsfreie Möglichkeit des Scheiterns ist eine unbedingte Voraussetzung für Innovationen. Mit einer Erbsenzähler-Mentalität bringt man Innovationen um – völlig egal welcher tolle Prozess zur Innovation da gerade modern und vielleicht sogar „aufgesetzt“ (… was für ein Wort) ist. Na zumindest wir mit uns selber können unseren Forscherdrang und die Entdeckungslust frönen. Ja und das ist dann der Grund für die vielen „schwarzen“ Entwicklungsvorhaben die an den Erbsenzählern vorbei einfach gemacht werden. Oder haben Sie davon noch nie gehört?

Was schließen wir daraus? Antwort bitte hier ……………………….. einfügen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: der Text stammt aus dem Buch Gangaji: Der verborgene Schatz“

h1

Schreiben als Innovationsinstrument

25. Oktober 2014

Wir, die wir Berichte schreiben müssen, finden das aber absolut nicht lustvoll. Man denke nur an einen angeforderten Bericht der Geschäftsführung.

Nun kann man aber das Schreiben per se nicht nur lustvoll erleben, sondern auch als außerordentliches Innovationsinstrument nutzen. OK, nicht wenn  Sie an die Geschäftsführung begründen müssen warum das Budget überzogen wird. Oder auch dann … nein, lassen wir das!

Wir haben letztes Wochenende ein Schreibseminar mit Brigitta Höpler gemacht. Von Freitag Abend bis Sonntag Mittag habe ich 200g Papier beschrieben. Und das freiwillig und mit großer Freude. Also rechnen wir einmal nach 200g bei 80g/m² macht offensichtlich 2,5m² Papier – ich bin von mir beeindruckt. Wie ist das möglich? Unsere Trainerin hat uns sofort gesagt: „was Ihr schreibt müsst ihr nicht vorlesen, ich lese es auch nicht, ihr schreibt für Euch.“ Ein Ansatz von dem Germanistikprofessoren Albträume und einen Ausschlag bekommen.

Haben Sie schon einmal eine Liste geschrieben (schreiben müssen)? Selbst das ist ein kreativer Ansatz… wenn man die Verfahren unserer Trainerin nutzt. Nein, mit einer Stückliste geht das nicht… oder doch?

Wir haben

  • mit dem so genannten wilden Schreiben neue Ideen zu Papier gebracht (faszinierend was da alles kommt)
  • mit der A-Z-Liste habe ich neue Einsichten in ein konkretes Projekt gefunden. Übrigens habe ich nicht gewusst das die ältesten Dokumente Listen sind … aber sagen Sie das nicht dem Controller.
  • mit dem Wörterflug neue Zusammenhänge entdeckt
  • mit Linie-Bild-Text das Loslassen eingewöhnter Denkschienen erlebt.
  • Und haben Spaß dabei gehabt. Und wenn man Freude an der Arbeit hat läuft sie nicht nur besser, auch schneller – das können Sie Ihrem Controller mitteilen!

So ein Seminar können wir nur empfehlen, gerade im industriellen Bereich und vor allem wenn es um Innovationen geht.

Brigitta Höpler

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: die Homepage unserer Trainerin http://www.brigittahoepler.at/

h1

Startposition

11. Mai 2014

Sie wollen eine innovative Firma / Abteilung? Ich erzähle Ihnen wie das geht. Hier möchte ich als Beispiel den Bereich des physikalisch / messtechnischen Problembereiches herausgreifen, nicht um Ihnen das Leben schwer zu machen, sondern weil ich davon am meisten verstehe. Sie können die folgende Liste ganz leicht für Ihren Problembereich umschreiben.

Also man nehme:

  • das Wissen der Grundlagenvorlesung (keine Quantenchromodynamik)
  • Mathematik (Grundlagenvorlesung) zum Problemlösen (keine K-Cohomology Invariants
  • wirtschaftlicher Hausverstand (Life Cycle Cost Analysis )
  • Zeit nehmen
  • Hingabe/Festbeißen an das Problem
  • damit 98% aller Industrieinnovationen (Rest sind Universitäts- Spinoffs)
  • Querdenken, alles andenken, anders denken, andere Betrachtungspositionen einnehmen, einfach denken
  • Uni sagt „geht nicht“ gilt noch lange nicht (das sind die schönen Herausforderungen)
  • Budget + etwas Freiheit + definiertes Ziel
  • Die Einsparirrsinnigen fernhalten
  • Software kann die Organisation unterstützen aber meist keine Probleme lösen, oft ist die Software eher im Bereich der Probleme angesiedelt

Dann würde ich mir mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden“ kaufen aber dazu noch das Buch „Getting in the Gap“ von Wayne W. Dyer… ach ja und vergessen Sie den Untertitel bei dem Buch.

Versuchen Sie es – es geht. Ja und darf ich Ihnen noch das wesentlichste mitgeben? „Trauen Sie sich!“

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

 

h1

geheime Gründe warum Innovationen fehlen

29. März 2014

Ein Freund kommt zu Ihnen und erklärt ihnen kenntnisreich warum Sie Ihre Ernährung vegan umstellen sollten und welche guten Gründe es da gibt – nehmen wir einmal an. Was passiert dann? Sie surfen im Internet und suchen und finden 293+ Sites die das für Blödsinn halten. Super – ich brauche mich nicht zu ändern! Sie wollten eigentlich nur Ihr Rheuma wegbringen aber die unangenehmen Tabletten loswerden. Nein – ein Tee ist zu kompliziert. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Das ist in einer Firma ganz genauso. Sie fordern mit Ihrer Innovation ja auch eine Änderung – oder? Aber bequem muss es sein? Auf österreichisch heißt das „möchten tun ma schon, aber tun tu ma nicht“. Wenn es nicht so ist, ist die Diagnose „großer Leidensdruck“ und Leidensdruck ist im Grunde nicht gut für Innovationen da er im Schlepptau den Zeitdruck und den finanziellen Druck mitbringt. Und in der Situation „Druck“ ist es zu spät für grundsätzliche Innovationen.

Fotolia_41597621_L

Fotolia – Mopic

Dazu kommt noch etwas Wichtiges: Sie werden befördert – Gratulation! Aber sicher nicht, weil Sie Ihren Vorgesetzten mit der Einstellung „ich stelle Alles in Frage“ und mit „nein, da habe ich eine andere Meinung“ aufgefallen sind (auf die Nerven gefallen sind). Das fängt meist schon in der Familie an „dauerndes Fragen“ provoziert manchmal keine „erklärenden Antworten“. Ist das in der Schule anders (außer in Sonntagsreden von so genannten Bildungspolitikern“?) – nein Fragen machen Arbeit, der Vortragende muss nachdenken (autsch), wird aus dem Konzept gebracht.  Oder haben Sie in einer Schularbeit, in der Sie eine ganz andere Meinung als der Lehrer vertraten, je eine gute Note bekommen? Aber das wäre z.B. in Deutsch durchaus möglich, eine andere Meinung zu einem Theaterstück zu haben. Glauben Sie mir, auf der Universität ist das genauso: „in Frage stellen – eigene Meinung haben und äußern – grundsätzlich andere Denkansätze vertreten“ ist unbequem – aber immerhin man darf bei den abschließenden Arbeiten kleine Verbesserungen zum anerkannten Kanon der Lehrmeinung äußern – aber nur wenn er in das Gedankenbild des Betreuers passt. Dem kann man nie mit Fakten begegnen – da kann ich viele internationale Beispiele geben – denn da stehen Karrieren am Spiel. Und wehe Sie sind einer anderen Meinung wie ein Nobelpreisträger.

Neues zu denken ist die Forderung der Innovation, aber Menschen werden so ausgesiebt, dass die Streichelweichen, die keine Arbeit machen überbleiben. Grundsätzliche Fragen sollen vielleicht nicht gestellt werden? Grundsätzliche Fragen können anerkannte Methoden in Frage stellen wie Könnten wir uns vom Mitbewerb abheben durch

  • Verzicht auf geplante Obsoleszen?
  • einen fairen Umgang mit dem Kunden?
  • einen fairen Preis?
  • faire AGBs

das ist nachhaltige Innovation – aber gefährlich.

Eine Umfrage von uns unter mehr als 2000 in der Wirtschaft aktiven Mitgliedern eines Forums, das Ethik auf seinen Fahnen geheftet hat, ergab die Bitte um faire AGBs genau eine Antwort.

Innovatoren die grundsätzliche Neuerungen bringen sind nicht komisch und sonderbare Käuze – ich denke sie wurden von der Umgebung dazu gemacht.

Viel Erfolg – Alles kann man trainieren!

Gottfried Schaffar

PS.: Learn to live independent of the good opinion of others – Dr. Wayne W. Dyer;
Als er endlich in einer Position war, in der er sagen konnte was er sich dachte, dachte er nur mehr an seine Position. – Autor unbekannt

h1

Da bin ich dagegen…

23. September 2013

Ja, darf er den das? So einfach dagegen sein? Oder etwas nicht glaubt, oder einfach eine andere Idee hat?

In vielen Firmen gibt es keine Dissenskultur (und in den Parteien schon gar nicht – das habe ich persönlich verifiziert). In der über 20 Jahre (!) gelaufenen Tetlock-Studie ist es klar herausgekommen: die anerkannten Experten vertreten mit Energie (Macht) ihre Meinung, für andere Meinungen ist da wenig Platz, ja die „Abweichler“ riskieren mit einer abweichenden Meinung einiges. (Einschub: übrigens, wenn die Experten durch die Wirklichkeit vom Gegenteil „belehrt“ werden haben sie ihre Anfangsmeinung schon vergessen oder behaupten schon immer gesagt zu haben… Äh, kommt das jemandem bekannt vor?)

626852_web_R_K_by_segovax_pixelio.de

segovax @ pixelio.de

Die Psychologin Charlan Nemeth die sich seit 25 Jahren mit dem Thema Innovation und Querdenken beschäftigt, hat den Effekt von Menschen untersucht die in Gruppen die vorherrschende Meinung in Frage stellten. In homogenen Gruppen tendieren zu Extremismus – eine vorherrschende Meinung wird sehr stark vertreten.  So tendieren Geschworenengruppen absolut nicht zu einem Mittelmass beim Strafausmaß sondern zu Extremen. Die Gruppe redet sich in etwas hinein. Ich denke den Effekt kenn jeder von unzähligen Besprechungen (bei denen Ich nicht dabei war?). Es bildet sich also normalerweise ein Gruppendruck auf, in dem niemand mehr etwas anderes sagen möchte, auch wenn  er so denkt. Diese Mitglieder der Gruppe denken nämlich meistens, dass sie die Einzigen mit einer solchen abweichenden Meinung sind.

Der „Störenfried“ wirkt, nach den Forschungen von Charlan Nemeth, wie ein Katalysator. Plötzlich trauen sich auch andere Gruppenmitglieder aus der Deckung heraus und es wird eine „vernünftige“ Diskussion. Eine Minderheitenmeinung führt nämlich dazu, dass die Angelegenheit neu überdacht wird, neue Informationen beschafft werden, dass man darüber schläft.

Querdenker sind also sehr nützlich, aber nicht bequem. Querdenker riskieren natürlich in einer Firma einiges. Wenn man den Chef aus der Komfortzone holt, dann macht man sich wahrlich nicht Liebkind. Ja und der Umsatz wäre sowieso in die Höhe gegangen – oder?

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Idee aus „Die Kunst des Querdenkens“ von Jürgen Schäfer

h1

Bisoziation – neues finden, und das orginell

5. Mai 2013

Arthur Koestler erfand den Begriff Bisoziation. Mit diesem Verfahren muss man ausgetretene Denkpfade verlassen – na das muss mir doch gefallen. Bei einer Assoziation bewegen sich die Gedanken in einem einzigen Bezugsrahmen und bei der Bisoziation müssen die Gehirne den Bezugsrahmen verlassen … Autsch, das tut weh? Also fangen wir an:

Problemdefinition (1)

Na das klingt ja völlig konventionell – zu früh gefürchtet. Also, wer hätte das gedacht, der Moderator hält die gemeinsame Problemdefinition schriftlich fest.

Freie Assoziation (2)

Vor der Sitzung wurden (meist) 5 Bilder ausgewählt und groß ausgedruckt die mit der Aufgabenstellung ganz sicher nichts zu tun haben. Das können Fotos, Werbeplakate, Gemälde, also einfach alles sein. Die Teammitglieder wählen nun ein Bild aus, es sollte dasjenige sein das die meisten Gedanken, Gefühle und Ideen bei jedem einzelnen auslöst. Jeder ist nun gefragt diese Assoziationen und Gedanken zu artikulieren und der Moderator notiert die Äußerungen. Das ursprüngliche Problem ist in dieser Phase unbeachtet.

Analogien herstellen (3)

Alle in Phase (2) notierten Assoziationen werden nun genannt und das Team untersucht inwieweit sie in irgendeiner Weise zur Fragestellung passen. Das ist am Anfang ein langsamer Prozess, man muss sich erst daran gewöhnen. Das erfordert Mut und Elastizität im denken. Das wird aber oft ein sehr spaßiger und unterhaltsamer Teil. Es entstehen dabei völlig unkonventionelle aber auch fruchtbare Lösungsvorschläge. Der (arme) Moderator hat natürlich die Aufgabe all diese Ansätze zu notieren und fest zu halten. Sie werden nicht sichtbar aufgehängt!

Auswertung (4)

Nun erst werden die Resultate der Phase (3) aufgehängt und das Team diskutiert die einzelnen nun ernstlich, sortiert in exotisch, grundsätzlich brauchbar und verfolgungswürdig und macht auch Adaptionsvorschläge. Zum Schluss wird entschieden was letztendlich gemacht werden soll.

Bemerkung

Das Verfahre ist toll auch wenn Teams durch dauerndes gemeinsames Arbeiten dazu neigen eingefahrene Wege zu bevorzugen. Die Phase (3) und vor allem (4) können lange dauern, Zeitdruck ist völlig kontraproduktiv.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: längere Beschreibungen der Vorgangsweise finden Sie in
http://de.wikipedia.org/wiki/Bisoziation
Eine Praxisbeschreibung im Buch
„Das große Buch der Kreativitätstechniken“ von Evelyn Boos

h1

Sich selber anlügen stoppt innovatives Denken

9. Dezember 2012

Ich denke den Grundgedanken zu diesem Artikel verdanke ich Dan Millman aus einem Buch das ich bei einem langen Zwischenstopp auf irgendeinem Flughafen gekauft habe.

Der Grundgedanke ist der: Man nimmt sich etwas vor, z.B. in der Frühe für den Tag oder für einen Monat, und dann kommt man darauf das es (wieder einmal) viel zu viel war was man sich da vorgenommen hat. Das ist also ein sehr persönlicher Vorgang und es geht die Firma und dem Chef so etwas von überhaupt nichts an, wie etwas jemanden nichts angehen kann.

Warum ist dieses Vorgehen für den Innovationsprozess so tödlich? Der Grund ist einfach: die Elends lange Liste und der vorrückende Stundenzeiger bringen uns unter Zugzwang. Was von der heutigen Liste soll den noch (schnell) erledigt werden. Das nimmt jede Freude an der Arbeit und zuwenden können Sie sich in dieser Situation einem Problem schon überhaupt nicht. Die Zuwendung – die freudvolle Zuwendung, nein die erwartungsfrohe Zuwendung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen, völlig neuen Idee.

Mir ist klar, dass das offiziell schwer durchzuboxen ist – offiziell haben Sie Ihre 47 Projekte mit Deadline, was ja nicht sehr förderlich der inneren Ruhe und erwartungsfrohe Zuwendung ist. Etwas wirklich Großes, eine völlig neue Idee kommt aber aus der Ruhe, der Stille zwischen den Gedanken.

Also ganz praktisch: packen Sie den Stapel mit Unerledigtem in den Kasten und legen Sie nur das eine Projekt auf den Schreibtisch. Schön wäre noch das Abschalten der Telefonen, Handys und Computer – schätze das geht aber an Ihrer Arbeitswirklichkeit völlig vorbei. OK und dann nehmen Sie sich für die nächsten z.B. 4 Stunden vor dabei zu bleiben.

Ja – selbstverständlich – ein Problem kann länger dauern (und tun es auch – zumindest bei mir). Wenn aus einer Komplikation ein Arbeitsschritt länger dauert, dann killt das nicht unser Selbstverständnis. Es sind die unrealistischen Listen die wir uns vornehmen – wissend, dass sich das nie ausgeht.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden – ein Praxishandbuch“ ist bei jeder Buchhandlung erhältlich. Bei Amazon war die erste Verlagslieferung binnen einer Woche weg – Danke. Buchdetails

h1

Welche Gedanken lösen Probleme?

1. Oktober 2012

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. — Albert Einstein

Offensichtlicher Applaus brandet auf. Ersten Einstein und zweitens … nicht unlogisch. Aber wie geht das in der Praxis?

Also nehmen wir (natürlich rein theoretisch) an Ihre Firma hat mit einem Produkt ein Problem – rein theoretisch 🙂 Nun, das Team rund um Sie hat das Produkt so entwickelt. Also, wir können uns zumindest darauf einigen, dass dieses Produkt ein „Produkt“ des Denkens der Firma ist – auch wenn es die Erbsenzähler waren die das Produkt „verkrüppelt“ haben. Aber mit den Finger auf die Anderen zu zeigen nützt nie etwas. Das Aufsetzen eines Projektes zur (befohlenen) Lösung (die nichts kosten darf) bringt äh … selten etwas. Sie sind Teil des Projektteams und Sie möchten wirklich eine Lösung finden – eine Annahme die oft stimmen wird. OK, was nun?

Ganz einfach – sieh oben – anders denken. Na diesen Rat hätte sich der Herr Schaffar schenken können! Wie denkt man anders?

Einige Vorschläge:

  1. In der Firma geht das schwer (gar nicht). Vor allem als „Anfänger“ im anders Denken
  2. Beim Heurigen mit Kollegen, aber bitte inoffiziell – sonst müssen Sie ein Protokoll schreiben. Wieso kann das funktionieren? Eben weil die zarte Wirkung des Alohoooll (lall) das Schemendenken behindert. Schauen Sie sich die erfolgreichen Austropop Sänger an, sofort wird ersichtlich wer zu oft diese Methode zum Finden origineller Texte angewendet hat 🙂
  3. Es gibt zwei Gegensätze: Kontrolle und Spontaneität – das schließt sich aus! Flüchten Sie aus der Kontrolle (der gemanagten Umgebung) und gehen Sie Spazieren, Kaffee trinken, Joggen oder zumindest aufs WC. Sie sind abgelenkt und nicht unter gemanagten Druck.
  4. Lassen Sie sich zwingen anders zu denken: erklären Sie Ihrer Großmutter das Problem und zwar so, dass Sie es versteht und lassen Sie sich Vorschläge von ihr machen. Sie werden staunen wie viel echt Gutes da zu tage kommt. Persönliche Bemerkung: wenn Ihre Frau Großmutter zu heftig und zu ehrlich kommentiert – Sie brauchen das ja nicht Ihrem Chef zu reporten 🙂
  5. Meditation: Ja, das ist eine ganz andere Art zu denken. Das kann man trainieren und sehr effektiv einsetzen. Wenn Sie das in etwa beherrschen, fällt Ihnen auch der Punkt 1 nicht mehr schwer. Ich übe das seit 2009 und es ist mir schon nach 3 Wochen keine lästige Übung gewesen, sondern eine Freude. Dass es hunderte experimentelle Untersuchungen über die positive Wirkung von Meditation gibt hatte ich in diesen Texten schon erwähnt. Das man die innovative, durchschlagende Wirkung, dieser doch von Außen schlicht wirkenden Übungen, durch die Quantenmechanik erklären kann, dass weiß ich erst seit wenigen Wochen und war sehr erstaunt und fasziniert – aber davon ein anderes Mal.

Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. — Albert Einstein *)

Viel Erfolg
Gottfried Schaffar
PS.: das habe ich im Buch ausführlich dargelegt

*) Erinnert mich an das Entlassen der ganzen Entwicklungsabteilung einer großen Netzwerktechnik Firma um die Bilanzzahlen besser aussehen zu lassen.

h1

Markus Rogan: der Kopf steht manchem im Weg

3. August 2012

Ja, da hat sich Markus Rogan nicht viele Freunde gemacht. Aber seine Kritiker haben das einfach mit „man muss blöd sein um (im Sport) Erfolg zu haben“ übersetzt. Ich denke das stimmt so nicht. Ich finde, dass die Bemerkung von Herrn Rogan ganz richtig ist – auch in Bezug auf unser Thema.

Der Intellekt hat eben seine Überzeugungen und Glaubenssätze, tja und wir – die „Eigentümer“ des Intellekts, halten uns auch daran. Das können anerzogne Überzeugungen sein, oder Autoritäten versichern uns, das sei eben so.

Das fängt damit an welche Probleme man für schwer und welche Aufgabenstellungen wir für leicht halten. Oder ob wir für Sprachen talentiert sind oder ob wir singen können oder nicht. Das schleppen wir oft ein Leben lang mit uns herum ohne es in Frage zu stellen. Abgesehen davon, dass diese Eigenurteile manchmal völlig falsch sind, man schränkt sich selbst ein, ja man baut sich selber zusätzliche Hürden auf die zur Überwindung noch extra Kraft brauchen. Es gibt unzählige Beispiele von Unmöglichem, das „irrtümlich“ überwunden wurde. Mir fällt da ein Schüler ein, der irrtümlich ungelöste mathematische Probleme gelöst hat.

Oft finden wir auch etwas unmöglich, weil es kein anderer bis jetzt geschafft hat. Wenn ich mich recht erinnere gab es ja auch die „Unmöglichkeit“ 100m unter 10sec zu laufen. Als der Rekord gefallen ist, haben es plötzlich auch andere geschafft (geglaubt es zu können?).

Für unser Thema, die Innovation, ist es oft wichtig nicht zu wissen seit wie vielen Jahren eine Lösung schon versucht wurde. Als wir die Strömung am Sieb bei der Papiererzeugung erstmals gemessen haben, hätte es mich sicher blockiert, zu wissen, das das Problem seit mehr als 200 Jahren ungelöst ist. Offensichtlich muss man sich den Kopf klar halten um etwas zu erreichen, um über einen Schatten springen zu können. Externe Consultants finden auch signifikant öfter Lösungen die intern seit Jahren bearbeitet wurden. Probleme sind oft in einer Firma als unmöglich abgestempelt.

Wie man sich den Kopf leer macht, wie man zu neuen Lösungswegen kommt in einer anderen Ausgabe des Blogs oder in meinem Buch.

Gottfried Schaffar

h1

Vertrauen – Misstrauen – Innovation

7. April 2012

Mein wöchentlicher Artikel über Innovation fällt auf den Karsamstag. Da möchte ich einen sehr tief greifenden Gedanken wälzen. Unser Leben ist auf Vertrauen aufgebaut: nicht jeder in der U-Bahn ist ein Mörder, der andere Autolenker wird sich an die Verkehrsregeln halten und für das bunt bedruckte Stück Papier in meiner Brieftasche (Euroscheine) werde ich mir etwas zu Essen kaufen können – lauter Beispiele von großem Vertrauen.

Nun mehren sich die „Marktteilnehmer“ die dieses Vertrauen weidlich ausnutzen: Telekomverträge, Gewinnbenachrichtigungen und technische Daten die sich auf (klein gedruckt) anderes Produkt beziehen, Großpackungen die teurer sind als die kleinen Packungen – nur vier willkürliche Beispiele. Das Vertrauen wird langsam zum Misstrauen. Das ist für sich genommen sicher keine positive Entwicklung, sie hat aber einen positiven Nebenaspekt: wir müssen öfter selber denken, das einfache Verlassen auf die Aussage eines „Experten“ erweist sich zu oft als Verkaufsförderung.

Was hat das alles mit Innovation zu tun? Ganz einfach, das selber denken! Also wenn der Herr Univ.-Prof. meint „…das sei das Beste…“ hm, wenn es sich um etwas wichtiges handelt: selber recherchieren und durchkämmen von Internetforen ist wohl das mindeste. Mit Google die Homepage des verkaufenden Herstellers nach dem Herrn Univ.-Prof.  durchsuchen ist manchmal mehr als erhellend.

Selber denken und selber sich eine Meinung bilden ist für ein erfolgreiches innovieren lebensnotwendig. Aber es erfordert Mut und Selbstvertrauen eigene Wege zu gehen:

  • rechnen Sie doch die Angelegenheit durch
  • schauen sie ob in einer anderen Produktionssparte ein sehr ähnliches Problem nicht schon sehr billig angeboten wird
  • Fragen Sie Ihre Ehefrau wie sie das Problem lösen würde – das liefert manchmal sehr verblüffende Resultate
  • Machen sie einen kleinen Versuchsaufbau und probieren sie Ihre Idee
  • „Das geht nicht“ – das hat die Universität X gesagt – „na und“ sagen Sie
  • Versuchen Sie teures Equipment durch Mathematik zu ersetzen (z.B. geht das manchmal telezentrischen Objektiven)
  • Ist die Fragestellung nicht einfach zu eng?
  • Simulieren Sie einen Vorgang an Computer, das ist 100x billiger aus in der Produktion zu probieren.
  • Wollen Sie dieses Problem überhaupt lösen?

Die letzte Frage erfordert natürlich den meisten Mut.

Aber wenn Sie die „Herde“ verlassen bläst manchmal ein kalter Wind.

Viel Spaß – Wind kann auch sehr schön sein, auch wenn Sie nicht segeln 🙂