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Spiel – Arbeit

17. Februar 2013
629257_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Arbeit und Spiel? Nur dass wir uns in der Arbeit (brav) quälen und das Spiel Spaß macht? Aber Spiel kann auch sehr anstrengend sein – na und? Allerdings sagt man bei uns manchmal Spiel wenn es beinhart ist: Fußball spielen, Geige spielen,… also für mich wäre das mehr als quälende Arbeit. Und da sind wir schon beim Thema: der Unterschied zwischen Spiel und Arbeit ist individuell sehr verschieden.

Wieso ist das für unser Thema Intuition so wichtig: weil der „wirkliche“ Unterschied zwischen Spiel und Arbeit die Kontrolle oder die Freiheit von Kontrolle ist. Alles was wir (erfolgreich) kontrollieren mündet in etwas bekanntem – das war ja implizit der Kontrollrahmen. Wenn wir (beruflich oder sonst) etwas Neues suchen brauchen wir keine Kontrolle – das alleine führt zu Neuem – oder?

Interessanterweise ist daran auch der Spaß gebunden – ohne Kontrolle strengen wir uns manchmal sehr an und es ist kein Problem. Übrigens ist das auch in einem Konzert der völlige Unterschied: da ist eine Formation mehr als virtuos und eine andere, der macht es einfach Spaß. Als Zuhörer fühlt man den Unterschied – von der zweiten Formation kaufen wir uns vielleicht sogar eine CD.

Zusammenfassung: wenn alles geregelt ist, ist nix mit Innovation – oder? Und Spaß macht es auch nicht. Also wenn es keinen Spaß macht ist Minderleistung angesagt – das sagen alle Studien. Die Leute die nur wegen dem Geld in der Firma sind, ja das sind Hingestellte und keine Angestellte (außer in der Kantine) keine Mitarbeiter.

Innovationsmanagement ist entweder eine Art Koan oder bezieht sich nur auf das Managen von vorhandenen (Innovationen) Ideen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Eine andere Sichtweise

4. Februar 2013

Ich darf aus dem Augustin 334 zitieren: „Sie haben selbst beobachtet, dass jemand das Geld von Bettelnden einsammelt? Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse, sondern informieren Sie sich genau: Diejenigen, die am häufigsten das Geld von BettlerInnen einkassieren, sind PolizistInnen! Damit ihnen die Polizei das Geld nicht abnehmen kann, geben BettlerInnen innen ihr Geld an FreundInnen oder Verwandte. Bettelnde Menschen organisieren sich untereinander, damit sie leichter überleben können: Sie mieten gemeinsam Quartiere, reisen zusammen aus ihren Herkunftsorten an oder bleiben während des Bettelns beisammen, um sich zu schützen. Das ist eine Form der Selbstorganisation und keine ausbeuterische Mafia!“ (Zitatende)

Eine andere Sichtweise ist immer wertvoll, eine Bereicherung – ich muss mich ja nicht immer der „anderen“ Meinung anschließen. Andere Sichtweisen sind oft der wirkliche Schüssel zur Entwicklung einer Innovation. Das die „andere“ Sichtweise des Kunden ein wesentlicher Punkt ist dürfte sich ja schon ziemlich weit herumgesprochen haben. Aber sehen Sie das Problem einmal aus der Sicht

  • der Produktion
  • des Designs
  • des Managements (Sie müssen ja Ihre Idee „verkaufen“), aber auch aus der Sicht
  • der Haltbarkeit
  • der Festigkeit
  • der Physik
  • …usw., aber was unserer Erfahrung sehr effektiv ist aus Sichtweisen die Ihnen vielleicht künstlich oder aufgesetzt erscheinen – aus der Sicht
  • des Ladendiebes
  • eines Kabarettisten
  • eines Pensionisten
  • eines Politikers
  • eines Sängers
  • eines Astronauten

Ja und interviewen Sie – wenn möglich – so Jemanden wirklich!

Ich gebe zu, der zweite Teilbereich macht sehr viel mehr Spaß. Versuchen Sie es einfach mit Kollegen und lassen Sie die Tonaufzeichnung Ihres Mobiltelefons mitlaufen. Aber sagen Sie es den Kollegen auch das Sie aufnehmen. Ja, noch etwas: probieren Sie die Tonaufnahme aus – selten verwendete Features sind meist sehr schlampig programmiert – konsequent der 80 – 20 Regel. (Oder gehen Sie auch mit dieser Regel hausieren?)

Viel Spaß und viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Tipp: Wenn Sie das noch nicht überzeugt, lesen Sie mehr auf der Seite der BettelLobbyWien, schauen Sie sich den Film «Natasha» von Ulli Gladik über eine bulgarische Bettlerin an oder bitten Sie bettelnde Menschen, Ihnen mehr über Ihre Lebensbedingungen und Erfahrungen in Wien zu erzählen. (der Teil PS. Ist ebenfalls ein Zitat aus dem Augustin 334)