Posts Tagged ‘Spiel’

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Was man predigt, soll man selber auch machen?!

19. Oktober 2014

Ja, da arbeite ich an einem interessanten Projekt und ich möchte es besonders gut machen. OK, Volldampf voraus – ja und wenn etwas nicht so geht wie man sich das so vorstellt eben mehr Druck und intensives „bohren“. Wir sind keine Dünnbrettbohrer. Und dann wird die Lösung komplex, kompliziert aber es ist das Konzept. Der letzte Satz wäre ja noch ein Happy End – so war es aber nicht – ich bin mit voller Geschwindigkeit (im übertragenen Sinne) in eine Betonmauer (voll ausgehärtet) gefahren.

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Roland Reinkober pixelio.de

Das Geschenk war (das sieht man aber erst nachher) das absolut nichts mehr ging, der Lösungsweg war mehr als komplex, irgendwo war ein Kurzschluss, am Labortisch waren hunderte Leitungen. Und dann passierte, was so eben passiert ich habe die Nerven weggeworfen. Und das, wie oben angesprochen, war das Geschenk – ich habe über andere Wege nachgedacht. Und da war so einfach vor mir die einfache Lösung. Also warum nicht gleich?

Irrtümer und Misskonzepte passieren; wir sind eben Menschen und darüber kann uns kein Stage-Gate-Prozess und keine Beratungsfirma helfen. Wenn Sie der innovative Problemlöser sind wissen es die „Anderen“ natürlich besser – allerdings erst im Nachhinein. Aber wenn es der Chef ist, sollte man darauf nicht allzu sehr hinweisen.

Meine Schlussfolgerung oder mein Lernschritt:

  • sich selber, durch überhöhten Anspruch, Stress machen ist völlig blöd (den Stress machen uns oft genug die „Anderen“)
  • Pause und Wochenende machen – etwas anderes denken, aus dem bohren dicker Mauern herauskommen
  • macht Ihnen (mir) ein Lösungsweg keine Freude mehr – Pause – was gibt es sonst noch für Wege

Seien Sie gescheiter und viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Ein Blick über den Tellerrand

28. April 2013

Heute möchte ich einen Artikel eines anderen Blogs empfehlen:

Eine kurze Geschichte über Kreativität und Design Thinking von
leanfreaks.wordpress.com
Klar, Designer sind vorwiegend visuell unterwegs, das sollte man bedenken. Aber die Grundaussagen sind sehr konzentriert und lesenswert. Und was noch sehenswerter ist: die Slides sind witzig und originell – so sollte man Slides machen, ich kann das bei weitem nicht.

Viel Spaß und viel Erfolg mit dem Artikel

Gottfried Schaffar

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Spiel – Arbeit

17. Februar 2013
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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Arbeit und Spiel? Nur dass wir uns in der Arbeit (brav) quälen und das Spiel Spaß macht? Aber Spiel kann auch sehr anstrengend sein – na und? Allerdings sagt man bei uns manchmal Spiel wenn es beinhart ist: Fußball spielen, Geige spielen,… also für mich wäre das mehr als quälende Arbeit. Und da sind wir schon beim Thema: der Unterschied zwischen Spiel und Arbeit ist individuell sehr verschieden.

Wieso ist das für unser Thema Intuition so wichtig: weil der „wirkliche“ Unterschied zwischen Spiel und Arbeit die Kontrolle oder die Freiheit von Kontrolle ist. Alles was wir (erfolgreich) kontrollieren mündet in etwas bekanntem – das war ja implizit der Kontrollrahmen. Wenn wir (beruflich oder sonst) etwas Neues suchen brauchen wir keine Kontrolle – das alleine führt zu Neuem – oder?

Interessanterweise ist daran auch der Spaß gebunden – ohne Kontrolle strengen wir uns manchmal sehr an und es ist kein Problem. Übrigens ist das auch in einem Konzert der völlige Unterschied: da ist eine Formation mehr als virtuos und eine andere, der macht es einfach Spaß. Als Zuhörer fühlt man den Unterschied – von der zweiten Formation kaufen wir uns vielleicht sogar eine CD.

Zusammenfassung: wenn alles geregelt ist, ist nix mit Innovation – oder? Und Spaß macht es auch nicht. Also wenn es keinen Spaß macht ist Minderleistung angesagt – das sagen alle Studien. Die Leute die nur wegen dem Geld in der Firma sind, ja das sind Hingestellte und keine Angestellte (außer in der Kantine) keine Mitarbeiter.

Innovationsmanagement ist entweder eine Art Koan oder bezieht sich nur auf das Managen von vorhandenen (Innovationen) Ideen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Geld und Innovation

3. Dezember 2012

Wenn man eine Frau wegen des Geldes heiratet und dann täglich streitet … ja dann ist es schwierig ein originelles Weihnachtsgeschenk zu finden. Würden Sie mir da zustimmen? Ich nehme einmal an Sie haben „ja“ gedacht.

Gut – und warum bleiben dann viele Menschen in einer Firma wegen des Geldes? Um an den obigen Satz anzuknüpfen: so ist keine Innovation möglich. OK, ja sicher die Schließe am Büstenhalter innovativ um 2mm heruntersetzen – schaut doch jetzt viel toller aus. Aber radikale Innovationen sind anders.

Ganz kalt gedacht: die (wenigen) Hunderter mehr am ersten im Monat in einer Firma die Sie nicht mögen stehen – ja nun was – gegenüber? Es ist (meiner Meinung nach) Ihre gesamte Arbeitszeit! Wenn Ihnen die Arbeit Spaß macht, ja ein Bedürfnis ist und Sie das Gefühl haben etwas Sinnvolles beizutragen – bedenken Sie – das ist (fast) Freizeit! Gut, es gibt in jeder Beschäftigung Ecken die nicht Spaß machen: Reporting, Besprechung mit Frau X und die Dienstreise nach Ost-Ungarn.

Das oben gesagte ist, meiner Meinung nach, der tiefere Grund warum finanzielle Anreize im Innovationsmanagement wenig bis keine Auswirkung haben. Man denkt über graduelle Verbesserungen nach um Arbeit zu vermeiden auch in unfreundlichem Firmenklima – schon richtig. Das ist aber keine radikale Innovation.

Neulich hörte ich mitten in einem Vortrag den Satz „mache nie eine Entscheidung aus finanziellen Erwägungen heraus“ – klingt verwegen – ist es aber nicht. Vor allem wenn Sie Ihre Intuition nicht zubetonieren wollen und dürfen.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

PS.: Mein Buch „Radikale Innovation und grundsätzliche Problemlösungen finden“ hatte einen tollen Start bei der Innovationspool-Konferenz am 28. November – erhältlich in jeder Buchhandlung.

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Innovation und Stress

9. September 2012

Auf dem Schreibtisch türmen sich die Projekte, der Chef will einen Bericht, die Mails sind noch nicht gelesen und die Budgetvorschau soll auch noch heute raus. Wie soll man da noch eine Innovation weiterbringen?

Letzte Woche war ich auf einem Kongress und ein Vortragender ist auf diversen Definitionen „herumgeritten“ – das war mehr als einschläfernd. Allerdings gibt es auch Definitionen mit Praxisrelevanz. Die folgende Definition von Stress, ja mit der kann man etwas anfangen: „Zu Stress wird eine Tätigkeit oder Situation, wenn man sie sich nicht zutraut, ansonsten ist es eine Herausforderung“.

Ich denke da gibt es für mich zwei (hauptsächliche) Herangehensweisen:

  1. Wichtig & Dringend: Haben Sie „The 7 Habits of Highly Effective People: Powerful Lessons in Personal Change von Stephen R. Covey“ gelesen? Dann wissen Sie, dass man Tätigkeiten und Projekte in dringend und wichtig einteilen kann. Dringend ist etwas, dessen Termin überfällig wird. Wichtig ist etwas, das bei seiner sehr guten Bearbeitung gute Auswirkungen bis in Ihre ferne Zukunft haben wird. Innovationen sind in der Regel wichtig, wichtig für Sie und für Ihre Firma. Also tragen Sie sich einen 3 Stunden Termin mit sich selber im Outlook ein, ja und dann beschäftigen sie sich mit dem Thema und nicht mit dem Schrott der wartet. Man kann das auch sehr gut kommuniziere, wenn man die Gründe ehrlich anführt warum das Ausfüllen einer dringenden Liste auch jemand anderem zugeordnet werden kann. Stephen R. Covey zeigt überzeugend, dass die dringenden Angelegenheiten in den Lücken der wichtigen Projekte Platz haben.
  2. Einstellung: Offensichtlich ist Stress auch eine Einstellungssache. Diesen (hausgemachten) Stress kann man sich stark verkleinern, wenn man sich überlegt „was passiert wenn ich es nicht zusammenbringe?“. Meist kann man sich diese Frage mit „Nichts, es ist aber peinlich“ beantworten. Man muss nicht perfekt sein – und das wäre schon ein unmöglicher 600% Job.

Somit haben wir einmal das Stressniveau etwas reduziert. Stress hat auch mit Kontrolle zu tun, und Kontrolle und Grenzen sind ganz schlecht für den innovierenden Geist. Da helfen einige Methoden, hier die (für mich) wichtigsten:

  • Versuchen Sie ganz in der Gegenwart zu sein. Fühlen Sie sich und die Unterlage, den Sessel, den Fußboden. Das gibt mehr Bodenhaftung und das dauernde „klopfen“ von Forderungen anderer Menschen tritt in den Hintergrund.
  • Nehmen Sie ein „Erinnerungsstück“ an das Problem, das es zu lösen gilt, in die Hand. Das kann ein Werkstück, ein Foto oder ähnliches sein. Versuchen Sie 120sec und an das „Werkstück“ zu denken uns sonst nichts!
  • Klappen Sie das Notebook zu. Ein offenes Notebook hat etwas forderndes, etwas hungriges an sich. Doch die innovativen Probleme muss man selber lösen, zumindest den Lösungsweg im Geist entwerfen. Nachrechen, ja zum nachrechen dürfen Sie den Computer wieder aufklappen 🙂
  • Gehen Sie aufs Clo – dort sind sie (hoffentlich) alleine, machen Sie die Augen zu und freuen Sie sich am Leben. Einfach um einen freien Kopf zu haben damit der wieder auf „Empfang“ gehen kann.
  • Besprechen Sie das Problem zu zweit und sei es mit der Putzfrau (wenn sie Deutsch kann). Spaß beiseite, alleine das Erklären der Problematik einem völligen Laien hat mir sehr oft die Lösung am Silbertablett serviert.

Klar, das Thema Stress ist ein umfangreiches, das kann man nicht in 300 Worten zusammenfassen. Wenn Sie sich an ein dünnes praktisches Buch zu diesem Thema heranmachen wollen dann „It’s Not the End of the World: Developing Resilience in Times of Change von Joan Z. Borysenko“, und wenn es Ihnen schon schlecht geht dann „Fried: Why You Burn Out and How to Revive von Joan Borysenko“.
Viel Erfolg
Gottfried Schaffar

PS.: nächste Woche möchte ich eine Übung zu unserem heutigen Thema bringen.

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Management und Innovation

14. Juli 2012

Ich sehe den Wurzelprozess einer Innovation, eben das plötzliche Auffinden eines (möglichen) Lösungsweges ist ein kreativer Akt in seiner tiefsten Bedeutung. Meine und die Erfahrung vieler anderer Innovatoren ist … das ist nicht planbar – oder?

„Westliche Kulturen betonen traditionell eher den aktiv schaffenden Aspekt von Kreativität im Sinne des lateinischen „creare“, das schaffen, erzeugen und gestalten bedeutet. Im alten Ägypten und in östlichen Kulturen erscheint demgegenüber Kreativität als Einfügen in einen natürlichen Wachstumsprozess, der in der zweiten sprachlichen Wurzel von Kreativität anklingt: „crescere“ („werden“, „geschehen“, „wachsen-lassen“).“ – Prof. Dr. Hermann Lang: Psyche, Heft 3, 2006. [http://de.wikipedia.org/wiki/Innovation]

Das klingt doch eher nach „geschehen lassen“ und das genau ist die Erfahrung von vielen (allen?) Innovatoren. „Am 14.8. um 10:30 setze ich mich hin und habe die Lösung für unser Qualitätsproblem“ – das funktioniert nicht. Klar es muss der Samen gelegt (das Problem bekannt) sein und gut gedüngt (das Problem oft in Blickweite) sein. Und dann braucht es Regen (etwas Zeit zum sinnieren) und Sonne (ein förderliches Betriebsklima und keine Angst, dass man wegen einer blöden Idee an den Pranger muss) … ja und dann passiert es.  Oder auch nicht.

Management (von italienisch maneggiare „an der Hand führen“) hat aber neben dem Führen und dem Planen inhärent die Kontrolle zum Gegenstand. Alleine Planen ist ja auch schon Kontrolle. Ich sagen nun keineswegs, dass Management schlecht ist. Es ist aber sehr gesund sich klar zu machen, dass Management und Innovation nicht synergistisch wirken. Oft berichten Kollegen, dass Ihnen Ihre Innovationen am WC zufallen. Und dieser Gang ist wohl vom Einfluss des Managements ausgenommen … „an der Hand führen“?  Nein wirklich nicht.

Lassen wir also dem Management seine Berechtigung und der Innovation ihren Freiraum. Wenn wir eine Lösung später anbieten können brauchen wir das Management dringend beim Auftreiben des Budgets und bei der Überprüfung der Machbarkeit.

Schönen Sommer & gute Innovationen

Gottfried Schaffar

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Innovation & Mensch

28. November 2009

Obwohl es manche nicht gerne hören. Innovationen werden für Menschen gemacht und von Menschen gemacht. Das hört sich nicht gerade sensationell oder nach einem Nobelpreis an – alleine es wird gerne verdrängt:

Innovationen werden von Menschen gemacht

Da wird ja noch jeder zustimmen. Voraussetzungen dazu sind aber

  • Motivation – ein Mitarbeiter, der täglich gequält und ausgequetscht wird … da können wir lange warten. Ich meine aber hier nicht nur bösartige Vorgesetzte, nein und vor allem bösartige Umstände wie die Fixierung der Firmenleitung auf Börsenkurse und hübsche Quartalszahlen. Warum soll ein Mitarbeiter eine Firma, die ihn nicht „leben lässt“ mit seinen Ideen unterstützen?
  • Zeit – Wenn dann außerdem noch ¾ der Abteilung schon eingespart ist, kommen die Restmitarbeiter höchstens zum Berichte schreiben. Um innovativ zu sein braucht man aber nicht nur die Zeit zwischen zwei Besprechungen – da geht man auf die Toilette um Ruhe zu haben. Oft der einzige Platz wo man Ruhe hat um später wieder ins Großraumbüro zurückzukehren – es ist ja so maßlos kommunikativ, wenn man alle Telefongespräche mithört und den Kollegen beim Nasebohren zuschauen darf.
  • Mehr als Zeit, nämlich die Pause. Auch wenn es die Rationalisierungsneurotiker noch nicht wissen, Ideen hat man zwischen den Gedanken. Das Aha kommt in der Pause, in der Nacht, bei der Zigarette (auch wenn das nicht gesund ist) oder beim Heurigen. Das bedingt, dass man nicht getrieben vom ISO 9000 Handbuch und anderen 241 „unbedingt notwendigen“ Dingen ist, sondern auch Regenerationszeit hat. Eine sehr große Firma hat einem Teil ihrer Abteilungen erlaubt (und gefördert) 20 Minuten Mittagsschlaf zu halten (Quelle ist mir leider entfallen). Nach dieser Untersuchung war die Tagesproduktivität dieser Abteilungen wesentlich höher als bei den konventionellen Abteilungen. Dabei wurden Ideen und Vorschlagswesen in dieser Firma nicht untersucht.
  • Innovationen entspringen oft einer „Spielwiese“. Viele Firmen gestatten ihren Mitarbeitern ein gewisses Zeit- und Geldkontingent, in dem sie selber etwas Forschen können (z.B. Fronius). Diese Firmen sind meiner Meinung nach damit sehr erfolgreich.

Innovationen werden für Menschen gemacht

Innovation für den Endkunden oder gegen den Endkunden?

  • Das innovative weglassen des Netzschalters bei einem Küchengerät erfreut nur das Einsparungsmanagement – das Produkt (z.B. ein Küchengerät) wird zum Krüppel gestempelt. Ob sich da der Entwickler freut, sich motiviert fühlt? Ob sich da die Hausfrau freut wenn Sie das Ding dauernd ein- und ausstecken muss? Ob da das positive Wahrnehmen der Produktionsfirma (oder sollten wir vorsichtiger sagen der Marke) verstärkt?
  • Da gibt es viele Beispiele: zu 80% funktionsfähige Geräte wie Handys oder Videorecorder bei denen nur die meist verwendeten Funktionen gehen – wir haben uns daran gewöhnt. Der Kunde wird zum Endtester.
  • Das Verkaufen von vermeintlichen Vorteilen, die eigentlich gegen den Konsumenten gerichtet sind ist ein weiteres Beispiel. Kreditinstitute (nur als ein Beispiel) waren da sehr innovativ: zuerst dürfen wir die Buchungen über das Internet selber machen (mit allen Risken) und nach einiger Zeit wird dafür extra Geld verlangt, nur so als Beispiel.

Meine Schlussfolgerungen

  • Wir nehmen uns Zeit für das Problem unserer Kunden. Wir machen das der Fa. Kapsch nach: nicht mehr als 2 Projekte gleichzeitig – das ist optimal für Power und Kreativität
  • Ich mache den Mund auf wenn Innovationen in die falsche Richtung laufen.
  • Keine Innovationen gegen Menschen.
  • Ich genehmige mir selber ein Kontingent für die Entwicklung dessen was eben mich interessiert – ein tolles Erlebnis.