Archive for Januar 2016

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Stress… haben Sie?

24. Januar 2016

Ja diese Woche möchte ich ein bewundernswertes Buch empfehlen: Ajan Brahm „Der Elefant, der dqw Glück vergaß‘ und daraus einfach ein Kapitel zitieren „Die Ursache von Stress“:

(Zitatanfang) 2010 sollte ich auf dem World Computer Congress in Brisbane den Eröffnungsvortrag halten. Ich hatte

Wikipedia: Ajahn_Brahm_Kathina_Day

Wikipedia: Ajahn_Brahm_Kathina_Day

zwar keinen blassen Schimmer von Computern, aber von derlei Petitessen wie völliger Ahnungslosigkeit meinerseits habe ich mich noch nie abhalten lassen. Also nahm ich die Einladung an.
Während meines Vortrags hob ich mein Wasserglas hoch und fragte das Publikum: »Was glauben Sie, wie schwer ist dieses Glas?«
Bevor eine Antwort kommen konnte, sprach ich weiter: »Wenn ich das Glas weiter so halte, wird mein Arm nach fünf Minuten wehtun. Nach zehn Minuten lässt sich der Schmerz schon nicht mehr ignorieren. Und nach einer Viertelstunde leide ich Höllenqualen und bin ein sehr törichter Mönch.
Was also kann ich tun?
Sobald das Wasserglas so schwer wird, dass ich es nicht mehr bequem in der Hand halten kann, sollte ich es für eine Minute abstellen. Nachdem sich mein Arm dann sechzig Sekunden lang erholt hat, kann ich das Glas wieder mühelos hochhalten. Wenn Sie mir nicht glauben, probieren Sie es zu Hause selbst einmal aus.
Sollten Sie sich nach der Ursache von Stress am Arbeitsplatz fragen: Hier haben wir sie. Es hat überhaupt nichts damit zu tun, wie viel Arbeit Sie haben oder wie schwer Ihre Verantwortung wiegt. Es geht ausschließlich darum, dass Sie nicht in der Lage sind, die Arbeit auch mal einen Moment Arbeit sein zu lassen, wenn sie allzu belastend wird, und sich etwas auszuruhen, bevor Sie Ihr Päckchen anschließend wieder schultern.«
Meine Empfehlung kam so gut an, dass sie in The Australien, der einzigen überregionalen Tageszeitung unseres Kontinents, veröffentlicht wurde und es von da aus sogar auf die Website der australischen Börse brachte.
Wenn Sie nicht lernen, die Last auch mal abzulegen und sich etwas auszuruhen, sobald Sie sich gestresst fühlen, leidet die Qualität Ihrer Arbeit, Sie schaffen viel weniger und Ihr Stresslevel steigt. Gönnen Sie sich jedoch um die Mittagszeit ein halbes Stündchen Pause, machen Sie die vermeintlich verlorene Zeit anschließend doppelt wieder wett. Dann erledigen Sie beispielsweise eine Aufgabe, die Sie vorher vier Stunden lang in Anspruch genommen hätte, in nur drei Stunden und das mit exzellentem Erfolg. Das Abstellen des Wasserglases ist deshalb keine Verschwendung wertvoller Lebenszeit, sondern eine Investition, die sich aufgrund der dadurch erhöhten Effizienz Ihres Gehirns mehr als auszahlen wird.
Meine Empfehlung erschien später übrigens sogar auf dem Blog der Harvard Business School. Also hab ich auf der Konferenz in Brisbane ja vielleicht doch gewusst, wovon ich rede. (Zitatende)

Ja, ein tolles Buch und alle Kapitel sind so kurz…

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar

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Bisoziation – neues finden, und das orginell

17. Januar 2016

technische Innovation ganz praktisch

Arthur Koestler erfand den Begriff Bisoziation. Mit diesem Verfahren muss man ausgetretene Denkpfade verlassen – na das muss mir doch gefallen. Bei einer Assoziation bewegen sich die Gedanken in einem einzigen Bezugsrahmen und bei der Bisoziation müssen die Gehirne den Bezugsrahmen verlassen … Autsch, das tut weh? Also fangen wir an:

Problemdefinition (1)

Na das klingt ja völlig konventionell – zu früh gefürchtet. Also, wer hätte das gedacht, der Moderator hält die gemeinsame Problemdefinition schriftlich fest.

Freie Assoziation (2)

Vor der Sitzung wurden (meist) 5 Bilder ausgewählt und groß ausgedruckt die mit der Aufgabenstellung ganz sicher nichts zu tun haben. Das können Fotos, Werbeplakate, Gemälde, also einfach alles sein. Die Teammitglieder wählen nun ein Bild aus, es sollte dasjenige sein das die meisten Gedanken, Gefühle und Ideen bei jedem einzelnen auslöst. Jeder ist nun gefragt diese Assoziationen und Gedanken zu artikulieren und der Moderator notiert die Äußerungen. Das ursprüngliche Problem…

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„…nur wenn ich vollkommen sicher bin…“

7. Januar 2016

Neulich stand ich neben zwei Angestellten und (musste) deren Gespräch mitverfolgen: Es ging um Rahmenvorschriften, Qualitätshandbücher und juristische Vorgaben und gipfelte in der Aussage „… ich rühre einen Finger nur noch wenn ich vollkommen sicher bin“.

(c) by_Rainer Sturm pixelio.de

(c) by_Rainer Sturm pixelio.de

Kommt Ihnen das bekannt vor? Die Arbeitswelt ist eingemauert in Vorschriften und Prozesse. Jedes noch so einfache (mit im Prozesshandbuch festgelegte) Problem kann nicht mehr mit Menschenverstand kurzfristig gelöst werden sondern benötigt als mindeste Reaktion ein Telefonat um ein OK (mitgeschnitten – um zu überleben). In komplexeren Fällen geht die Frage über die Rechtsabteilung und die Direktion – denen das Problem erst einmal erklärt werden muss und die (in der Mehrzahl) unwillig sind das es etwas außerhalb des Prozesshandbuches geben kann. Na, der Kunde ist schon lange verdunstet, bis das erledigt ist. Oder?

Wie passiert in so einem Umfeld Innovation? Als beamteter Prozess, behübscht mit neuen Buzzwords?

Woran liegt das? Haben Sie einen Freiraum, ein Portfolio um etwas anstehendes zu lösen? Es widerstrebt mit das Wort „früher“ an prominenter Stelle zu verwenden, aber (pardon) früher hatte der Abteilungsleiter ein Portfolio von vielleicht 50 oder 100 Tausend Euro die er kurzfristig einsetzen konnte. Was soll nun die Bewilligung  der Anschaffung von 55EUR, die 7 (oder mehr) Unterschriften haben muss?

Wo sind die Managementberater die den Kostenfaktor solch einer überbordenden Komplexität thematisieren? Aber an Komplexität kann man als Berater gut verdienen und Komplexität mit Komplexität zu bekämpfen ist eine Gelddruckmaschine.

Können Sie das Thema „Kosten der Komplexität“ in Ihrer Firma fair thematisieren? Gratulation und…

…weiterhin viel Erfolg 2016

Gottfried Schaffar