Archive for Januar 2014

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Stress, Hetzerei und Innovation

26. Januar 2014

Wenn es in Ihrer Abteilung (Großraumbüro?) üblich ist immer sichtbar busy zu sein, ist es schwierig innovative Aktionen zu setzten. Ich gebe zu, diese Tatsache wird nicht gerne kommuniziert, das gängige Idealkonzept des super Mitarbeiters ist der schaumschlagende, im Laufschritt bewegende Angestellte (OK, ich werde ironisch – Entschuldigung).

Um innovativ zu sein, muss man(n) kreativ sein. Kreativ sein heißt aber einfach einen Gedanken haben, den vorher niemand hatte – oder? Wenn Sie nun einen solchen Einfall haben wollen, passiert das nicht wenn Sie unter Stress Ihre Emails beantworten. Warum – ganz einfach – ein kreativer Einfall entsteht nur im Zwischenraum zwischen zwei Gedanken, im entspannten Zustand. Dauerstress und heftiges Arbeiten in Routine ist also Gift. Ist das nicht ein schönes Gesetz?

Was also tun?

  1. Drehen Sie in der Früh, wenn Sie ins Büro kommen, nicht den Computer auf. Der Bildschirm wird immer als Aufforderung zum Tun interpretiert. Tun Sie nicht – nehmen Sie ein altmodisches Blatt Papier und „träumen“ Sie Projekte, lassen Sie den Bleistift tun, fantasieren Sie – nein, nein keine ToDo- Listen schreiben, seien Sie kreativ mit dem Stift. Dann sind Sie auf Empfang für kreative, innovative Ideen.
  2. Die Blitzentspannung: Atmen Sie langsam, genussvoll und „luxuriös“ ein und stellen Sie sich dabei vor, wie sich Ihr Brustkorb auch am Rücken erweitert und dann atmen Sie die Luft wieder langsam aus (Methode gelernt von Christiane Northrup – die weltweit bekannteste Gynäkologin). Diese Atmung aktiviert im Bauch das vegetative Nervensystem und Sie sind auf Ruhe, Erholung, Schonung und Reparatur umgestellt. Ich würde sagen, machen Sie das zumindest 1 Minute (6 bis 10 solche Atemzüge)
  3. Kaufen Sie sich ein „emWave2“ – ein kleines Gerät das Ihre Stressempfindlichkeit reduziert und Ihre Kreativität steigert – echt!
    emWave2

    emWave2

    Ich verwende es auch und finde es ist wirklich empfehlenswert – die 180€, so finde ich, waren gut angelegt. Es gibt dutzende wissenschaftliche Untersuchungen mit diesem kleinen Ding. Die schlechte Nachricht: Sie müssen damit üben – besitzen alleine reicht nicht. Aber ein Laufband das herumsteht verbessert ja auch nicht Ihren Kreislauf.

  4. Aktiv „nicht denken“. Das kann man mit diversen Meditationsbüchern lernen, oder es einfach ausprobieren – machen. Das Buch, das mir hier sehr weitergeholfen hat, ist „Getting in the Gap“ von Wayne W. Dyer (und ignorieren Sie den Untertitel)

Wenn Sie auch nur 3 von diesen 4 Möglichkeiten praktizieren, sind Sie dort, wo Sie jetzt schon gut sind und nachher unschlagbar.

Viel Erfolg

Gottfried Schaffar
Forschungsinstitut für technische Physik
„wir messen, was andere nicht schaffen“

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur #blog2change – Parade von www.inknowaction.com

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Stirb nicht, ohne Deine Musik gespielt zu haben

21. Januar 2014

Sie sind vielleicht kein Musiker, aber jeder hat in sich etwas das er machen möchte – nennen wir es vielleicht die „Lebensaufgabe“. Kahlil Gibran drückt es so aus „Bei deiner Geburt ist  dir dein Werk ins Herz gelegt“. Gut, was hat das aber in einem Artikel über Innovation zu tun? Ich denke sehr viel. Wenn wir in eine Richtung streben und nicht von Wollen und Müssen zerrissen sind, Also wenn Beruf und Berufung in eine Richtung zeigen, ja dann entwickeln wir so viel mehr Energie, mehr Ideen, mehr Durchsetzungsvermögen – viel mehr als wir uns je träumen hätten lassen.

Viele Menschen wissen meist nicht was ihr „Werk“ ist. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, das herauszufinden: gehen Sie in eine Buchhandlung und beobachten Sie sich – in welcher Abteilung bleiben Sie am meisten. Oder schauen Sie was Sie mit Begeisterung machen. Wovon träumen Sie eigentlich, was ist Ihnen ein Bedürfnis zu tun, bei welcher Tätigkeit werden Sie nicht müde? Oder fragen Sie sich was Sie in der Schule wirklich fasziniert hat?

Viele versuchen diese Fragen nicht zu sehen, nicht zu beantworten und sich schon gar nicht einzugestehen. Das tut man(n) deshalb um eben nichts ändern zu müssen. Dieses, oft wartende, Werk erfordert vielleicht eine völlige Neuorientierung, Berufswechsel, Ortswechsel oder eine teure Ausbildung. Aber wollen Sie, wie Tolstois Romanfigur Ivan Iljitsch sich auf dem Totenbett ängstlich die Frage stellen „Was, wenn mein ganzes Leben verkehrt war?“.

Klarerweise ruft Ihr Bewusstsein „Vorsicht – geh kein Risiko ein“ aber um seinen Traum zu leben, um das eigen Werk zu schaffen muss man Risken eingehen.  Argumente wie „erst muss ich reich sein“ oder „zuerst muss mein Scheidung beendet sein“ sind Ablenkungsmanöver. Die (von mir) erlebte Wahrheit ist: wenn man sich treu ist öffnen sich völlig unerwartet Türen und Möglichkeiten und man bekommt überraschend neue Fähigkeiten.

In einem erfüllenden Aufgabenbereich haben Sie immer Energie und Intuition und Innovation. Fehlschläge sind zum Lernen da.

Viel Erfolg

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Gottfried Schaffar

PS.: inspiriert vom Buch von Wayne Dyer „Die 10 Geheimnisse für Erfolg und inneren Frieden“

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Ganz im Trend: Nichtstun, Loslassen, Abschalten

4. Januar 2014

Ein sehr guter Artikel in der Zeitung „Der Standard“ – vor einem Jahr habe ich ähnliches im Buch geschrieben … ich freue mich einfach …

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Ganz im Trend: Nichtstun, Loslassen, Abschalten

Karin Bauer
20. Dezember 2013, 17:38KarinBauer#100

„Mindfulness“ heißt das Konzept, das große Konzerne ihren total Dauerverkabelten und Dauergestressten anbieten. Gelernt werden sollen Nichtstun, Achtsamkeit, Loslassen

Dem unangenehmen Gegenüber ein paar liebevolle Gedanken schicken, um keinen negativen Energiefluss zu befeuern. Sich auf das Hier und Jetzt besinnen. Sich der Betrachtung einer Pflanze widmen und die Agenden loslassen. Augen schließen und nichts tun. Darüber reflektieren, dass Leid Schmerz mal Widerstand ist. – Vor ein paar Jahren wäre damit vielleicht in Esoterikzirkeln etwas zu verdienen gewesen.

Jetzt ist dieses Achtsamkeitskonzept zur Stressreduktion (Mindfulness Based Stress Reduction) in die Hochburgen des Managements eingezogen.
Meditationsgruppen

Goldman Sachs, Nike, Google – sie alle greifen strukturiert auf alte buddhistische Weisheit und Meditationstechnik zurück. Angeboten werden alle Arten von Kursen und Trainings, mit und ohne Yoga-Matte, vom Innehalten vor dem Drücken des Send-Buttons bis zum mehrwöchigen Meditationsseminar. Xing hat mittlerweile Meditationsgruppen, in Österreich hat sich kürzlich ein Symposium an der Sigmund-Freud-Privat-Uni mit Meditation und Führung beschäftigt. Der Büchermarkt für diese Art der Stressbewältigung und Verbindung mit der Natur boomt gerade auch für Paradekarrieristen. Die Suche nach der Gegenwelt erreicht eben in der ultraverkabelten Liga einen öffentlichen Höhepunkt. Denn: Im Geheimen ist schon der ein oder andere bei seinem Meister gewesen. Darüber geredet wurde aber nicht, geschweige denn, dass es offen getan wurde.

Seit Hirnforscher via Kernspintomografie von außen genauer ins Gehirn schauen können und wiederholt gemessen werden konnte, dass Meditierer negativen Stress quasi aus dem Kopf fegen können, über dichtere und neuere Nervenverbindungen verfügen als Nichtmeditierer, sind Antistressprogramme auf Basis buddhistischer Übungen groß anmarschiert.

Das Gehirn genesen lassen

Laufend kommen neue gute Nachrichten aus diesem Bereich mit nachgewiesener Möglichkeit des Umkehrens „neuronaler Verschrumpelung“ durch Meditation – aktuell startet etwa das Max-Planck-Institut ein entsprechendes Forschungsprojekt.

Dass Unternehmen Interesse daran haben, dass die Leute (auch einmal) das Nichtstun lernen sollten, ist verständlich: Der andauernde Stresscocktail im Gehirn macht traurig, vergesslich, zieht eine Reihe von Folgeerkrankungen von verschlechterter Immunabwehr über chronische Schmerzen und Burnout bis zu massiver körperlicher Schädigung nach sich – und wird mittlerweile als Hauptursache der Fehlzeiten inklusive wirtschaftlichen Folgeschadens verantwortlich gemacht.

Unter Dauerstress kann Stress nicht verarbeitet werden, die mentale Aufnahmefähigkeit verringert sich. Leiden unter permanentem biochemischem Alarm sieht auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als bedrohliches Massenphänomen. Vor allem der Job bzw. die Angst um diesen wird in einschlägigen Umfragen und Untersuchungen immer wieder als Stressfaktor genannt – hinzu kommen Zeitdruck, Über- oder Unterforderung, mangelnde Anerkennung, mieses Betriebsklima.
Widerstandskraft stärken

Offenbar ist an diesen schädlichen Rahmenbedingungen in Organisationen und Umwelt schwer zu rütteln – also wird die innere Widerstandskraft der Belegschaften gestärkt. Achtsamkeitsübungen sollen dabei helfen, mit negativen Gedanken und Emotionen positiv umzugehen. Zitat: „Die Achtsamkeit ist wie ein Fels in der Brandung, ein Ort der Zuflucht und der Ruhe in Zeiten des Aufruhrs.“

In dieses Bild des Zurechtlegens alter Werkzeuge für ungesunde Gegenwarten passt auch die bevorstehende Kampagne der Europäischen Gesundheitsagentur ab 2014, die sich dem Stressmanagement widmen wird (www.healthy-workplaces-eu).

Die Tech-Hochburgen wären nicht solche, würden sie nicht schon mit der Umsetzung der Mindfulness ihr schnelles Geschäft betreiben: Im Angebot etwa eine App (www.getsomeheadspace.com) oder eine Seite für ganz Eilige, die meinen, lediglich 60 Sekunden für Achtsamkeit et cetera zu haben (www.whil.com). (Karin Bauer, DER STANDARD, 21./22.12.2013)

http://derstandard.at/1385171826041/Ganz-im-Trend-Nichtstun-Loslassen-Abschalten